Pinterest: Start-up erschließt "neue" Zielgruppe

Pinterest schlägt derzeit über'm Teich große Wellen. Hierzulande noch kaum genutzt, ist die Social Media Sharing Plattform in den USA der neueste Hit. Die "virtuelle Pinnwand" lässt User Bilder aus dem Internet sammeln und mit anderen teilen. Pinterest bricht Nutzerrekorde, und setzt dabei auf von Social Media noch kaum erschlossene Zielgruppe: junge, gutverdienende Frauen aus dem konservativen Mittleren Westen.

Pinterest: Visual Bookmarking

Social Media Plattformen, um Bilder zu teilen, gibt es bereits einige. Flickr, Instagram & Co. setzen aber auf User Generated Content. Dort stellen Nutzer in der Regel selbst erstellte Bilder und Fotos ein. Auf Pinterest treten die Nutzer vielmehr als Kuratoren auf. User legen virtuelle Pinnwände zu beliebigen Themen an. Bilder die sie im Internet finden, können sie auf ihre Pinnwand hochladen und "anpinnen".

Pinterest bietet die handelsüblichen Social Media Funktionen: Fotos können kommentiert und auf anderen Pinnwänden weitergepinnt werden. Nutzer können anderen Nutzen oder ganzen Pinnwänden folgen, oder Inhalte auf Facebook und Twitter teilen. Simpelste Funktionen, die aber User anziehen, wie keine eigenständige Social Media Seite je zuvor. Worin liegt also der Reiz von Pinterest? Da ich selbst noch auf der Warteliste stehe, kann ich nur Eindrücke Dritter wiedergeben: Auf GeekMom ist der Tenor, dass Pinterest, in der sonst von Diskussionen überladenen Social Media Welt, einen ruhigen Gegenpol bildet.

Mobilisierung einer "neuen" Social Media Zielgruppe

"GeekMoms" verhelfen Pinterest zurzeit auch zu einem ungeahnten Besucherwachstum. So schnell wie keine eigenständige Social Media Site zuvor, hat Pinterest die 10 Mio. Marke für Unique Users im Monat in den USA geknackt. Im letzten halben Jahr steigerten Pinterest seine Nutzerzahlen um 500%. Der Dienst startete im Mai 2010 und wurde zu Beginn vornehmlich in den Social Media "Hochburgen" entlang der US-Küsten genutzt. Doch nach und nach verschob sich die Hauptnutzergruppe ins Herzland Amerikas. Besonders junge Frauen in einkommenstarken Haushalten nutzen Pinterest.

Das spiegelt sich auch im Content wider. Viele User(innen) teilen vor allem Ideen und Bilder zu Rezepten, Fashion und Raumgestaltung. Einige planen mithilfe von Pinterest sogar ihre Hochzeit. Die Möglichkeiten für die Monetarisierung sind dabei vielfältig. So ließe sich über Empfehlungsmarketing Geld verdienen: Einige Modedesigner binden schon jetzt Pinterest-Buttons auf ihren Websites ein. So können Besucher mit einem Klick ihre Entdeckungen auf Pinterest teilen. Anders herum wäre dann auch One-Click Shopping auf Pinterest denkbar: Entdeckt man auf der Pinnwand eines Nutzers einen interessanten Artikel, könnte man ihn mit einem Klick in den Warenkorb des entsprechenden Online-Shop befördern, samt Provision für Pinterest. Auch "Sponsored Pinboards" wären denkbar. Hersteller könnten ihre Artikel gleich auf Pinterest einstellen, die dann von den Nutzern geteilt werden.

Von Sebastian Kahl

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