Social Media Trip-Report: 8.Twittwoch München

Zum achten Mal kamen gestern in München Social Media Interessierte auf dem Twittwoch zusammen. Im i-camp trafen sich PR-Berater, Journalisten und Unternehmensvertreter, um sich über Trends in Social Media auszutauschen. Das Rahmenprogramm bildeten zwei Vorträge zu Facebook Marketing und Internetabstinenz. Wer wollte, konnte anschließend in einer kurzen, zweiminütigen Präsentation sein eigenes Projekt vorstellen.

Einige der Teilnehmer konnten schon vor Beginn ihre Technikaffinität unter Beweis stellen. Auch Twittwoch ist beim neugestarteten Facebook Places dabei, so kämpften einige mit ihren Smartphones um den Check-In. Nach einer kurzen Begrüßung des Organisators Thomas Pfeiffer ging es auch schon los.

Facebook, Facebook, Facebook!

philipproth

Philipp Roth von facebookmarketing.de sprach über (gleich kommt's): Marketing auf Facebook. Er verzichtete darauf, langatmig auf einzelne Tools für Unternehmen einzugehen, sondern fasste seine Erfahrungen und Eindrücke in einigen knappen Thesen zusammen. So sprach er bspw. über den Mehrwert für den Facebook-Nutzer, sich mit Unternehmensseiten auseinander zu setzen. Die Facebookseite eines Unternehmens müsse dem User anderen Content bieten als etwa die Website oder der Twitteraccount. Außerdem riss er die Problematik an, dass Unternehmen auf Facebook direkt mit den Freunden eines Nutzers konkurrieren. Sie tauchen ja beide im Newsstream des Users auf. Roths Konsequenz: nur relevantes posten. Es falle nicht (negativ) auf, wenn man z.B. zwei Wochen nichts poste, wenn nichts Interessantes im Unternehmen passiere. Der sympatische Referent stellte anschließend in einer ausführlichen Fragerunde weiter seine Expertise unter Beweis.

Die Leiden des jung(geblieben)en Internetasketen

alex_ruehle

Mehr Gedränge als in der U-Bahn sieht man in München derzeit selten. Gestern abend war das allerdings der Fall. Twittwoch-Besucher standen Schlange, um ein Exemplar von "Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline" zu ergattern. Was war passiert? Der stark erkältete aber dennoch enthusiastische Alex Rühle las aus seinem neuen Buch. Der SZ-Redakteur durchlebte im Selbstexperiment, was es heißt, ein halbes Jahr ohne Internet (und ohne Handy!) auszukommen. Dafür zog er sich allerdings nicht "zum Töpfern in die Toskana" zurück, sondern arbeitete weiter in der Feuilleton-Redaktion der Süddeutschen. In seinem Buch klagt er auf unterhaltsame und geistreiche Art und Weise von seinen leidvollen Entzugserscheinungen und dem Spott, dem er seitens seiner Kollegen ausgesetzt war. Viele erkannten sich in seinen Schilderungen dieser "Sucht" wieder. Szenenapplaus gab es auch für sein Gedankenspiel was wäre, wenn das Internet vor dem Buch erfunden worden wäre. Rühles Fazit zum Experiment fiel gemischt aus. Das Recherchieren für die Arbeit fiel ihm sehr schwer, von dieser Seite aus möchte er in Zukunft nicht auf das Internet verzichten. In seiner Freizeit sieht das nun anders aus. Der ehemalige Internetjunkie hat erkannt, dass er außerhalb des Netzes endlich wieder mehr Zeit und Muße für andere Aktivitäten findet.

Projekte in aller Kürze

Abschließend ging es in die Blitzrunde. Teilnehmer hatten zwei Minuten Zeit ihre eigenen Projekte vorzustellen. Pfeiffer stoppte die Zeit.

  • Oxendo, Social Network, das erstmals Employer und Personal Branding verbindet.
  • ShopProps, beim Online-Einkauf Spenden ohne mehr zu bezahlen.
  • Deinblick, Print Magazin, das User online selbst (mit-)gestalten können.
  • Stammstrecke, Podcast aus München, meist mit Gast und ohne Konzept, aber immer stadtrelevant.

Alles in allem ein sehr kurzweiliger und lustiger Abend. N-R wird sicher auch das nächste Mal wieder dabei sein.

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