Social Media und Fußball: Wer hat Meisterformat?

Die Fußballsaison geht in ihre heiße Phase. Zwar ist die Bundesliga spannend wie nie. International dominieren allerdings wieder die englischen und spanischen Teams, nur Schalke 04 kann mithalten. Der Schalker Ex-Trainer Felix Magath war es auch, der Social Media und Fußball in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit nahebrachte. Seine Facebook Fanpage hat mittlerweile knapp 190.000 Fans. Doch wie sieht es in Restfußballdeutschland aus? Sind die Bundesliga-Mannschaften in Social Media vertreten? Können sie zumindest hier der europäischen Konkurrenz das Wasser reichen? Und, warum sollten sie sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen?

Social Media und Fußball: Magath macht's vor

Überraschend wechselte Felix Magath vor einigen Wochen von Schalke 04 zurück nach Wolfsburg. 2009 noch hatte er mit den Wolfsburgern den Meistertitel geholt. Nun ist er am kommenden Spieltag wieder auf Schalke zu Gast. Sein Nachfolger auf der Schalker Trainerbank ist Ralf Rangnick. Die Meldung, dass Rangnick ebenfalls bei Facebook zu finden sei, ließ nach dem Champions League Viertelfinale gegen Inter Mailand eine Fake Fanpage auf immerhin knapp 15.000 Fans anschwellen. Die anschließende Verwirrung und Diskussion um das Profil sind symptomatisch für Social Media in der deutschen Fußballwelt. Social Media ist im Bezug auf Fußball in aller Munde, aber außer in der Causa Magath scheinen die wenigsten den Like-Button zu drücken.

Deutsche Fußballfans ziehen Websites (noch) Social Media Präsenzen vor

Schaut man auf die Insel nach England oder nach Spanien spiegelt sich das auch schnell in Zahlen wieder. Der FC Barcelona ist auch in Social Media das Maß aller Dinge mit seinen 12 Millionen Facebook Fans. Dicht gefolgt von Manchester United(11,6M) und Real Madrid(11,1M). Der deutsche Rekordmeister Bayern München kommt auf "nur" 1,1 Millionen Fans, der designierte Meister Borussia Dortmund auf knapp 315,000. Dabei machen die Vereine bereits einiges richtig: Sie geben Einblicke hinter die Kulissen, liefern Mehrwert durch exklusiven Content für Facebook und beziehen die Fans ein. So gibt es auf den Facebook Fanpages Bilder vom Training, Highlights der letzten Spiele, Live-Ticker oder auch Interviews mit Spielern. Allerdings findet sich der Großteil dieser Inhalte auch auf den Websites der Vereine wieder. Mittlerweile haben auch kleine Vereine wie der SC Freiburg in ihrer Internetpräsenz einen Online TV-Kanal. Auch die Foren der Vereine sind gut gefüllt, hier wird heiß diskutiert.

Warum Social Media für Fußballvereine?

Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Zeit bis die deutschen Fans auch Facebook bevölkert. Die Bayern haben die größte Fanbasis innerhalb Deutschlands und gehören auch weltweit zu den beliebtesten Vereinen. Facebook Fanzahlen im zweistelligen Millionenbereich sind auch hier möglich. Zumal, Facebook kommt in Deutschland auch jetzt erst richtig in Fahrt. Dass eine Partizipation in Social Media für die Clubs sinnvoll ist, liegt auf der Hand. Mehr noch als bei gewöhnlichen Unternehmen, da hier eine ganze andere Bindung der "Kunden" herrscht. Über Fanbeauftragte konnten bislang nur organisierte Fans erreicht werden. In Social Media ist aber auch der Familienvater vertreten, der einmal die Saison mit Kind und Kegel zum Spiel kommt. Die gesamte Fanszene kann über Social Media angesprochen werden. Gemeinsam können so Missstände thematisiert und angesprochen werden.

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Von Sebastian Kahl

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