Soziale Netzwerke und ihre Wirkung

Facebook und soziale KompetenzSocial Media und ihre Wirkung auf die Nutzer, wie auch ihr Potential für berufliche Zwecke werden im Moment stark diskutiert. Fakt ist jedoch: Fast jeder ist Mitglied mindestens eines sozialen Netzwerks. Facebook, Xing und StudiVz sind Teil unseres Alltags geworden und dabei gibt es diese Netzwerke teilweise erst seit fünf bis sechs Jahren. Doch inzwischen sind unzählige soziologische Studien erschienen, die belegen wollen, dass Soziale Netzwerke die soziale Kompetenz wie auch die Glückseeligkeit eines/r jeden fördern oder aber bedrohen. Dies habe ich zum Anlass genommen eine kleine Gegenüberstellung vorzunehmen.

Soziale Netzwerke machen sozialer!?

Sicherlich schaut jeder mindestens einmal am Tag nach, ob es nicht irgendwas Neues im Sozialen Netzwerk gibt und ein Freund geschrieben hat. Die „Suchtgefahr“ beim Netzwerken ist groß, doch immer wieder belegen Studien, dass „Netzwerken“ sich positiv auf uns auswirkt. Laut dem New Yorker Soziologen Duncan Watts sind Leute mit extrem vielen Freunden auf Facebook und Co., diejenigen, die auch privat viele Freunde haben. Soziale Fähigkeiten würden durch Social Media also sogar noch verstärkt. Die Geschwindigkeit mit der sich neue Kontakte in digitalen Netzwerken knüpfen lassen und die damit einhergehende Selbstbestätigung könnten Gründe hierfür sein.

Auch eine Studie der Michigan State University kam zu dem Schluss, dass „Networking“ eine Wechselwirkung auf das normale Leben habe, denn sich sozial einbringen und engagieren mache glücklich. Würde dies alles dann also bedeuten, dass die Anzahl unserer virtuellen Freunde unsere „Networking-Kompetenz“ widerspiegelt? Können wir durch das Sammeln von Kontakten und sogenannten „Freunden“ unsere Netz-Reputation zunehmend positiv darstellen!?

Facebook-Freunde als Indikator für soziale Inkompetenz

Andere Studien behaupten in sozialer Hinsicht genau das Gegenteil: Laut Maria Kalpidou vom Assumption College Massachusetts seien 200 Kontakte oder mehr, Zeichen einer sozial eher inkompetenten Persönlichkeit. Angesichts der unzähligen User mit mehr als 200 Facebook-Freunden, eine ziemlich vage Aussage. Andererseits deutet der Drang zur Selbstdarstellung und Profilierung schon auf manch narzisstische Persönlichkeit hin. Man will und kann sich jedoch nicht recht vorstellen, dass Facebook eine Plattform für sozial-unfähige Menschen ist. Das Psychologische Institut Zürich veröffentlichte 2009 sogar eine Studie aus der hervorging, dass ein Leben ohne Facebook o.ä. lebenszufriedener, gewissenhafter und psychisch gesünder mache. Dies wirke sich wiederum positiv auf den Job aus. Unterm Strich sei ein Leben mit Facebook also eine Gefahr für Lebensglück und Erfolg im Job.

Zwischen all den Diskussionen um die Wirkung und die Vorteile wie auch Nachteile von Social Media, wundert es nicht, dass es soziale Netzwerke wie Facebook nie absolut schaffen ihr Image reinzuwaschen. Datenschutzskandale und die Aufregungen um „Freunde“-Handel mit Adresshändlern wie uSocial mal ausgenommen. Die Bezeichnung von „Freunden“ ist nach ursprünglicher Definition in wahrscheinlich 50 Prozent aller Fälle fehl am Platz. Darüber hinaus hat man häufig das Gefühl, dass die Anzahl an wahllos gesammelten Freunden einen gewissen Status symbolisiert, der wiederum nur Teil einer großen Selbstdarstellungs-Show ist. Eine Möglichkeit Social Media Marketing zu betreiben ist, genau diese negative Charakteristik von Sozialen Netzwerken auf die Schippe zu nehmen. Dies geschah in den USA: „Tausche Freunde gegen Burger!“ lautete der Slogan mit dem Burger King die Frage „Was ist eine Facebook-Freundschaft wert?“ beantwortete.

Ich habe mich das Thema betreffend mal in unserer Agentur umgehört: Im Schnitt nutzen die meisten zwei bis drei Netzwerke, davon Facebook gefolgt von Xing, StudiVZ und anderen Netzwerken. Facebook ist mit ca. 300 Millionen Usern weltweit das größte aller Netzwerke, StudiVZ immerhin das größte Deutschlands und Xing hat sich als Börse für berufliche Kontakte den ersten Platz gesichert. In unserer Agentur wird Facebook kaum oder gar nicht für berufliche Zwecke genutzt, dafür gibt es Xing. Die Anzahl der Freunde bei beispielsweise Facebook liegt zwischen 22 und 180 Leuten pro Kopf. Glaubt man der Studie, die aus der Anzahl der digitalen Freunde die soziale Kompetenz ableitet, gehören wir also alle zur sozial-kompetenten Spezies.

Soziale Netzwerke sind ganz einfach eine Möglichkeit wahre Freundschaften zu pflegen, indem man sich schnell austauschen kann, Kontakt zu Leuten zu halten, die man kaum sieht oder eben in reinen Business-Portalen potentiell wichtige Kontakte aufrecht zu halten.

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