Corporate Influencer als Chance für das Recruiting

Erfolgreiches Employer Branding kommt inzwischen nicht mehr ohne Corporate Influencer aus. Alles Wissenswerte zu dem Trend gibt es hier.

Viele Unternehmen erstellen zwar eifrig Content, doch die Inhalte erreichen häufig nicht die gewünschte Zielgruppe – auch in Zeiten zahlreicher Social Media Plattformen. Denn User legen ihre Aufmerksamkeit vor allem auf das persönliche Netzwerk und weniger auf die Botschaften der Firmen. Um daran etwas zu ändern, setzen immer mehr Kommunikationsabteilungen auf Corporate Influencer.

Gemeint sind motivierte Mitarbeitende mit einer hohen Reichweite, insbesondere in den sozialen Medien. In manchen Fällen muss das Netzwerk auch erst noch aufgebaut werden. Die Influencer treten unter anderem als Fürsprecher:innen ihres Arbeitgebers auf und sorgen dafür, dass die Botschaften auf eine authentische Art und Weise die richtigen Leute erreichen.

Entscheidend ist dabei natürlich, dass die Posts den eigenen Arbeitsalltag thematisieren – etwa Einblicke in das Bedienen von Maschinen oder Team-Events geben. Dies erfordert einen klaren Rahmen, der vorab festgelegt werden sollte – eine Art Social-Media-Strategie für den Corporate Influencer. Und nicht jede Mitarbeiter:in eignet sich für das Programm, eine gewisse Social Media Affinität braucht es in jedem Fall.

Auch die interne Kommunikation kann profitieren

In einer Zeit, in der klassische Recruiting-Maßnahmen häufig nicht mehr zum gewünschten Erfolg führen, können Unternehmen, die auf ein Corporate-Influencer-Programm setzen, auf vielfältige Weise profitieren. Indem die Mitarbeitenden über ihre Social Media Profile ihren Joballtag teilen, leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zum Personalmarketing ihres Arbeitgebers.

Mit Corporate Influencern können Firmen enorm an Glaubwürdigkeit gewinnen. Obendrein lässt sich mit dem Netzwerk der ausgewählten Mitarbeiter:in in vielen Fällen eine äußerst interessante Zielgruppe für das Employer Branding erreichen. Denn häufig tummeln sich in den Follower-Listen Kontakte aus der Ausbildung oder der Studienzeit – diese verfügen im besten Fall über die erforderlichen Skills für die ausgeschriebenen Jobs.

Nicht nur das Recruiting, sondern auch die interne Kommunikation können Corporate Influencer unterstützen. Sympathieträger:innen, die etwa von ihren positiven Erfahrungen mit neu implementierten Tools berichten, können wesentlich zur Steigerung deren Akzeptanz innerhalb der gesamten Belegschaft beitragen.

Zahlreiche Firmen machen’s vor

Ein erfolgreiches Beispiel für ein Corporate-Influencer-Programm liefert die Telekom. Unter den Hashtags #LoveMagenta, #WeWontStop und #Werkstolz fungieren die Angestellten auf freiwilliger Basis als Unternehmensbotschafter:innen und posten ihre Eindrücke aus dem Arbeitsalltag. Zahlreiche weitere Konzerne haben ähnliche Programme implementiert. Das Handelsunternehmen Otto bildet sogar eigene Mitarbeiter:innen zu Influencern aus. Aber gerade auch für kleinere Unternehmen, in denen die gesamte Belegschaft einen engen Draht zu den Meinungsbildnern hat, bieten sich solche Programme an.

Der Einsatz von Corporate Influencern erfordert vom Unternehmen auch immer einen Vertrauensvorschuss, schließlich gibt es seine Hoheit über die Kommunikation ein Stück weit aus der Hand. Doch dank genau dieser Freiheit können die Angestellten authentisch agieren und dadurch einen wertvollen Beitrag zu den Kommunikationszielen ihres Arbeitgebers leisten.

Autor

Johannes Thiel

Als studierter Kommunikationswissenschaftler und Betriebswirt ist Marketing-Kommunikation genau sein Ding. Spricht die Sprache des Kunden. Hat außerdem Erfahrungen beim Radio und in der Unternehmenskommunikation gesammelt. Fühlt sich als gebürtiger Bayer pudelwohl in München, wo die Berge zum Sporteln nicht weit sind. Reist aber auch gerne in der weiten Welt herum.

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