Data Driven PR: Daten sinnvoll für die Unternehmenskommunikation nutzen

Wer sich mit Big Data, Künstlicher Intelligenz und Predictive Analytics beschäftigt, denkt nicht unbedingt sofort an Kommunikationsarbeit. Tatsächlich gibt es jedoch viele Datenspuren, die sich gezielt für PR nutzen lassen.

Täglich gewinnen Unternehmen Unmengen an Daten aus unterschiedlichen Quellen, speichern und werten sie aus. Was sich früher fast nur Konzerne leisten konnten, ist längst auch für Mittelständler ohne Weiteres möglich – und von Bedeutung. Vorbei sind die Zeiten, in denen aufwendige – und kostspielige – Marktforschungen betrieben werden mussten, um Daten zu gewinnen. 

Das Datawarehouse als zentrale Anlaufstelle 

Immer mehr Unternehmen stellen fest, dass sie auf einer Vielzahl von Daten sitzen, diese jedoch kaum strategisch auswerten und nutzen. Das Stöbern auf einer Website, die Bestellung eines Produkts oder der Download eines Whitepapers: All das generiert wichtige Informationen über (potentielle) Kund:innen, die für Pressemitteilungen, Event-Planungen, Social- Media- Strategien und Trendanalysen nützlich sind. Wichtig dabei: Die Daten müssen aus verschiedenen Quellen gesammelt und in einer zentralen Anlaufstelle, dem sogenannten Datawarehouse, zusammengeführt werden, auf die alle Mitarbeiter:innen Zugriff haben. 

PR- und Kommunikationsabteilungen können diese Daten dann zielgruppengerecht auswerten und so besser verstehen, welche Themen für verschiedene Zielgruppen relevant sind, Content und Konzepte zielgerichtet einsetzen, aktuelle Trends erkennen, Themenverfehlungen vermeiden und so den ROI maximieren. 

Daten, Fakten und Zahlen sind einfach zu verstehen und bieten Journalist:innen einen echten Mehrwert. Denn: Eine Aussage, die durch numerische Fakten untermauert wird, wirkt auf Anhieb glaubwürdiger. So basiert eine PR-Strategie am Ende nicht nur auf Erfahrungen und Bauchgefühl, sondern auch auf zugrunde liegenden Daten und Informationen.  

Der Blick in die Glaskugel – mit Predictive Communication Entwicklungen vorhersagen

Mittels geschickter Datenanalysen können sich Kommunikationsabteilungen einen Überblick über Views, Engagement und Klickraten ihrer Platzierungen verschaffen. So verstehen sie, wo Media Placements am besten funktionieren, welche Medien welche Themen aufgreifen (bzw. nicht aufgreifen), welche Formate aktuell beliebt und welche Tages- und Uhrzeiten für Presseversände geeignet sind. Zudem können Kommunikator:innen mittels Daten nicht nur den Ist-Zustand beschreiben, sondern auch Zielgruppen und deren zukünftiges Verhalten analysieren. Das Schlüsselwort heißt „Predictive Communication“ und funktioniert durch ein Zusammenspiel von großen Datenmengen (Big Data) und präzisem Monitoring der sozialen Netzwerke. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von der Identifizierung von Verbraucherbedürfnissen über präzises Content Marketing bis hin zur Konkurrenzanalyse.

Beziehungsmanagement kann nicht ersetzt werden

Bei aller Euphorie für Daten Driven PR ist jedoch klar: Technische Innovationen werden das altbewährte Kommunikations- und Beziehungsmanagement in naher Zukunft nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen können. Die strategische Kommunikationsplanung bleibt auch weiterhin das Hauptaugenmerkt der PR, während die Technologien dabei helfen, einen Mehrwert zu schaffen und Journalist:innen eine verbesserte User-Experience zu bieten. Darüber hinaus können mittels Big Data, KI und Co. die Media Relations optimiert und Wettbewerbsvorteile erzielt werden.  

Fazit

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich als Unternehmen im Bereich Data Driven PR auszuprobieren und Ideen zu generieren, denn die technologischen Möglichkeiten sind bereits vorhanden. Richtig verstanden und strategisch eingesetzt sind Daten einflussreiche Ressourcen, die es geschickt zu nutzen gilt. Nur wer seine Daten versteht und weiß, wofür sich Zielgruppen interessieren, welche Trends aufkommen und welcher Content bei Journalist:innen beliebt ist, wird in Zukunft auch eine gute Beziehung zu Medien aufzubauen und ein Unternehmen aus der Masse hervorheben. 

Autor

Tobias Fischer

Nach seinem Masterabschluss in International Public Relations an der LMU München ging es für den gebürtigen Oberbayer in die Vereinigten Staaten. Hier betreute er zunächst einen der größten Weihnachtsmärkte des Landes im Bereich PR und Social Media, bevor er zwei weitere Jahre als PR-Berater in einer Food & Beverage Agentur in Philadelphia tätig war. In dieser Zeit konnte der passionierte Handballer wertvolles Know-How im Bereich Eventkommunikation sowie im Bereich Influencer- und Media Relations aufbauen. Auch seine Erfahrung in der Betreuung und Umsetzung von Foto- und Videoshoots sowie seine interkulturelle Kompetenz kann er bei consense perfekt einsetzen.

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