Ein drittes Jahr in der Pandemie – Zeit, einmal Nachhaltigkeit ins Home Office zu bringen

Das Umweltbewusstsein wächst – und damit auch die Forderungen der Menschen an die Politik und ihre Arbeitgeber. Klimaschutzziele sollen aufgestellt und erreicht und das Essen in der Betriebskantine diverser, gesünder und nachhaltiger werden. Bevor wir aber mit erhobenem Zeigefinger auf andere zu gehen, haben wir da eigentlich schon einmal einen Blick in unsere eigenen vier Wände gewagt? Nachhaltiges Leben beginnt bei einem selbst. Und wo haben wir in den vergangen zwei Jahren am meisten Zeit verbracht? Wegen Corona natürlich zu Hause! Wie wäre es also, die heimische Arbeitsplatzsituation auf ihre Öko-Bilanz zu prüfen?

März 2020

Jeder der kann, stellt seine Business-Prozesse so gut es geht auf die Remote-Arbeit um. Mitarbeiter:innen schnappen sich ihre Laptops und bestenfalls noch weiteres IT-Equipment wie Bildschirm, Tastatur oder Maus und verabschieden sich zur Eindämmung des Virus in ihre Küchen, Wohn- oder Schlafzimmer, um von zu Hause aus zu arbeiten. Wer hat schon ein eigenes Büro?

Februar 2022

Mittlerweile sind wir im „New Normal“ angekommen. Viele Unternehmen, ob groß oder klein, versichern ihren Mitarbeiter:innen, dass sie auch nach der Pandemie weiterhin zu bestimmten Anteilen im Home Office arbeiten können. Manche von ihnen bauen sogar schon ihre Bürokomplexe um, in Vorbereitung auf die hybride Situation nach Corona. Wo wir gerade bei der Umgestaltung sind: Damit die Öko-Wende im Home Office gelingt, haben wir haben einmal drei Tipps für euch zusammengestellt.

Tipp 1 – Büromöbel aus recycelten Materialien kaufen

Nach langen Meetings im Sitzen habt ihr das Gefühl, ihr müsst mal wieder im Stehen arbeiten, aber der Küchentisch lässt sich nicht so einfach umbauen? Wie wäre es mit einem Schreibtischaufsatz aus Karton! Das Modell von Room in a Box besteht zu 70 % aus recycelter Wellpappe. Die bei der Produktion entstehenden Pappreste erneut dem Kreislauf zugeführt und weiterverarbeitet. Dem Unternehmen gelingt also eine „Zero Waste Herstellung“. Die Möbel zeichnen sich durch höchste Stabilität aus. Und sollte man sie tatsächlich doch einmal entsorgen wollen, kann man das ganz einfach mit dem Gang zur Tonne erledigen. 

Tipp 2 – Mit grünen Suchmaschinen Gutes tun

Mit jeder Anfrage über die Panda Suchmaschine generiert der World Wide Fund For Nature (WWF) Einnahmen. Diese setzt die Organisation wiederum für ihre Projekte und Kampagnen zum Schutz unserer Erde ein. Das war jedoch noch nicht alles: Der WWF sammelt dabei viel weniger eurer Daten als herkömmliche Suchmaschinen. Außerdem kann man sich die Panda Search direkt für Mozilla Firefox einrichten, so kommt man gar nicht mehr in Versuchung, den Wettbewerber mit dem großen G zu nutzen.

Eine Alternative dazu ist Ecosia. Mit Suchanfragen über diesen Anbieter wird gezielt das Pflanzen von Bäumen unterstützt. Wusstet ihr eigentlich, dass jeder Mensch aus einem der G7-Länder mit seinem Konsumverhalten rechnerisch für den Verlust von vier Bäumen jährlich verantwortlich ist? Um der globalen Abholzung entgegenzuwirken, hat das Non-Profit-Unternehmen Ecosia bereits 142.796.268 Bäume in über 30 Ländern wie zum Beispiel in Brasilien, Burkina Faso oder Indonesien gepflanzt. Probiert es doch direkt einmal aus!

Tipp 3 – Die Heizung im Blick haben

Mieter:innen haben wenig Einfluss darauf, welcher Brennstoff für das Heizen eingesetzt wird oder wie gut das Gebäude isoliert ist. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, kleine, nachhaltige Schritte zu machen. Das Heizen ist für 75 Prozent des Energiebedarfs und 60 Prozent des CO2-Ausstoßes pro Haushalt verantwortlich. Dabei ist jedes Grad entscheidend. Wer die Raumtemperatur nur um ein Grad senkt, spart sich direkt sechs Prozent der Energie. Obendrein ist Stoßlüften effizienter als ein dauerhaft gekipptes Fenster – hier ist der Wärmeverlust besonders hoch ist. Ganz uneigennützig ist das Ganze nicht: So spart man nicht nur Emissionen, sondern schont zugleich den eigenen Geldbeutel.

Natürlich könnte man diese Liste noch um einige Punkte erweitern und ganz generell sein ganzes Leben umkrempeln. Optimierungsbedarf gibt es ja immer, wie das Aufstellen der alljährlichen Neujahrsvorsätze beweist. Um das Frustrationslevel so niedrig wie möglich zu halten, macht es Sinn, mit kleinen Schritten zu starten.
 

Viel Spaß dabei!

Autor

Katharina Wirtz

Zwischen Parteien zu verhandeln hat Katharina schon im Politikstudium gelernt. Nach weiteren Stationen in Kultur und Industrie zog es sie dann zuletzt in die interne Kommunikation eines Schweizer Pharma-Konzerns. Ihre Stärken liegen im Podcast produzieren und dem Beraten von Change-Themen. Die größte private Veränderung bisher? Die Transformation von der Fleischliebhaberin zur Vollblut-Vegetarierin verlangt ihr heute noch einiges ab.

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