Internet am Arbeitsplatz – erlaubt oder verboten

Internet am Arbeitsplatz

Mitarbeiter in der Kommunikationsbranche müssen wissen, über welche Kanäle sie ihre Zielgruppe erreichen und immer am Zahn der Zeit sein – so die Forderung der Chefs. Dazu gehört der geübte Umgang mit Sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, YouTube und Co. Das heißt jedoch nicht, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern erlauben müssen, während der Arbeitszeit privat zu surfen. Vielen ist das sogar ein Dorn im Auge. Zum einen glauben sie, dass die Produktivität darunter leidet. Zum anderen sehen sie besonders bei Social Media-Plattformen wie Facebook die Gefahr, dass Informationen gespeichert werden, die Rückschlüsse auf den Arbeitgeber zulassen. Das ermöglicht Betrügern Phishing-Attacken über Mail oder Telefon zu erstellen. Trotzdem nutzt laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) jeder Zweite berufliche Webnutzer das Internet am Arbeitsplatz auch privat.

Maßvolles Surfen am Arbeitsplatz meist erlaubt

Ist die private Nutzung des Internets am Arbeitsplatz erlaubt? In Deutschland klärt das kein spezielles Gesetz. Vielmehr kommt es darauf an, welche Regelungen der Arbeitgeber getroffen hat. Er kann die Erlaubnis für privates Surfen z.B. auf bestimmte Seiten oder Zeiten wie die Mittagspause begrenzen. Gibt es keine konkrete Vereinbarung, gehen die Gerichte laut Bitkom eher von einer Duldung aus. Wenn die private Internetnutzung in der Arbeit erlaubt ist, dürfen dennoch die arbeitsvertraglichen Pflichten nicht verletzt werden. Das ist der Fall bei exzessiver Nutzung oder wenn pornographische Daten herunter geladen werden. Hier ist eine fristlose Kündigung möglich.

Kontrolle des Surfverhaltens nur in Ausnahmefällen

Erlaubt der Arbeitgeber die private Internetnutzung am Arbeitsplatz, darf er lediglich in Ausnahmefällen das Surfverhalten seiner Mitarbeiter ohne deren Zustimmung überprüfen. Verbietet er sie, hat er auch nur begrenzte Möglichkeiten wie stichprobenartige Kontrollen, ob seine Arbeitnehmer das Netz privat oder beruflich nutzen. Dabei muss er immer den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten und darf keine Internet- und Email-Verbindungsdaten verwenden. Laut Bitkom ist die Vorratsdatenspeicherung von persönlichen Nutzungsdaten genauso wenig erlaubt.

Regeln für private Internetnutzung am Arbeitplatz helfen

Richtlinien für das private Surfen am Arbeitsplatz lohnen sich. Die Vereinbarung kann im Arbeitsvertrag, in einer Richtlinie oder in einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat festgehalten werden. So weiß jeder, wie viel Facebook während der Arbeitszeit erlaubt ist.

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Social Media Report: Thorsten zu Jacobsmühlen hat Unternehmen in Deutschland und Österreich gefragt, in welchem Umfang sie ihren Mitarbeitern den Zugriff auf Social Media während der Arbeitszeit erlauben.

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