Das Potential von Podcasts für Unternehmen

Hören ist das neue Lesen. Siri diktiert die Wettervorhersage für das kommende Wochenende, Alexa liest uns die aktuellen Nachrichten vor, Google Home verrät uns, wo wir die nächste Tankstelle finden.

Im Alltag wird die Nutzung von smarten Speakern und Audioinhalten immer mehr zur Selbstverständlichkeit. „Hören“ ist längst keine Nebensache mehr – so wie es beim klassischen Radio noch der Fall war. In unserer schnelllebigen Zeit nehmen wir Informationen am liebsten „on the way“, aber dennoch bewusst auf. Und weil wir nichts verpassen wollen, lautet der Schlüsselbegriff „On-Demand“.

Da kommt der Podcast gerade recht. 2004 entstand das vielseitige Format in Amerika, schnell gewann es an Beliebtheit und schon bald schwappte der Hype nach Europa und Deutschland. Über 80 Prozent der Deutschen besitzen ein Smartphone und tragen damit das beliebteste Gerät zum Abspielen von Podcasts immer und überall bei sich. Was man nun erkannt hat, ist das große Potential, das der Podcast für die Unternehmenskommunikation birgt – sowohl im B2C- als auch im B2B-Kontext. Große Firmen wie Audi und die Deutsche Telekom haben das Format bereits für sich entdeckt.  

Gegenüber der altbewährten Displaywerbung überzeugen Podcasts gleich mit mehreren Vorteilen, denn sie sind wirkungsvoller und kostengünstiger. Lange Texte werden von den Rezipienten oftmals nur überflogen oder gar weg geklickt. Auf der Tonspur können hingegen in relativ kurzer Zeit Geschichten erzählt, eine Kundenbindung aufgebaut und das Interesse für eine Sache hochgehalten werden. Die aufwändige Produktion von Bild- bzw. Videomaterial entfällt, es braucht weder Retusche noch Montage und „unpassende“ Sequenzen sind schnell mit ein paar Klicks aus der Tonspur entfernt. In der Praxis bedarf es natürlich etwas mehr, um einen Podcast hochwertig aufzubereiten. In jedem Fall sollte für die einzelnen Folgen zumindest ein grobes „Drehbuch“ entwickelt werden, denn sonst wird „lockerer Talk“ schnell zum „Tratsch“.

Am besten erreicht man die Zielgruppen heute mit qualitativem Content – gut recherchiert und mit einem hohen Unterhaltungswert. Unternehmen, die sich für die Nutzung von Podcasts als Kommunikationskanal entscheiden, sollten eine eigene Audio-Strategie entwickeln. Welche Inhalte wollen sie liefern und welche Reaktionen hervorrufen? Diese Audio-Strategie muss sinnvoll in die Kommunikationsstrategie des gesamten Unternehmens integriert werden, um ein einheitliches Bild entstehen zu lassen. „Mal eben nebenbei einen kleinen Podcast aufsetzen“ wird nicht funktionieren, zumindest nicht sehr erfolgreich.

Ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor für Podcast-Reihen: die Regelmäßigkeit. Dabei ist nicht wichtig, ob der Podcast wöchentlich, monatlich oder viermal im Jahr erscheint. Entscheidend ist: Die Hörer können sich darauf verlassen, dass sich die „Story“ fortsetzt und sie mit neuem Input versorgt werden.

Auch die potentielle Reichweite spricht für sich: Wie eine Studie von der AS&S Radio GmbH zeigt, lauschen schon 15 Prozent der Deutschen wöchentlich Podcasts, 56 Prozent kennen das Format zumindest. Und übrigens: Im Schnitt sind Podcast-Hörer loyal, trendbewusst und technikaffin, sie verfügen über ein hohes Einkommen und einen hohen Bildungsabschluss.

Autor

Fee Rülke

Die gebürtige Dresdnerin hat in ihrer Heimat Medienforschung, Medienpraxis und Politikwissenschaft studiert. Der Beweis für ihre ausgeprägte Anpassungsfähigkeit? Schon jetzt hängen fünf Dirndl in ihrem Schrank. Offen und herzlich, humorvoll und gelassen. Hat ein Fable für Fremdsprachen. Digital Native mit strategischer Denke und in der Social-Media-Welt zu Hause. Lieblingshashtag: #travel. Und wenn sie nicht gerade auf Instagram postet, sammelt sie fleißig Festivalbändchen

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