Kommunikationsprojekte im digitalen Wandel richtig planen und umsetzen (Teil I)

Wer sich dafür entschieden hat, der Kommunikation im digitalen Wandel besonderes Augenmerk zu schenken, braucht einen Plan. Die klassischen Phasen eines Steuerungskreislaufs – Analyse, Konzeption, Umsetzung, Evaluation – eignen sich auch als Projektvorgehen in der Change Kommunikation.

Analyse
Ausgehend von den definierten Projektzielen dient diese Phase dazu, sich einen Überblick zu verschaffen und den Kommunikationsbedarf zu identifizieren.

  • Die Veränderung klassifizieren: Um zu erkennen, bei welchen Stakeholdern die Veränderung zu welchen Konflikten führen kann, empfiehlt sich eine Typologisierung der Vorhaben. Handelt es sich um die Einführung eines Social Intranets oder steht eine Restrukturierung mit Personalabbau an? Je größer das Konfliktpotenzial, desto mehr Ressourcen sollten Unternehmen für die Kommunikation bereitstellen.
  • Stakeholdermapping: Welche internen und externen Stakeholder gibt es, z.B. Mitarbeiter, Führungskräfte, Lieferanten, Medien etc.? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf sie aus? Wie ist ihre Haltung dazu einzustufen? Tipp: Für die Analyse der Stakeholder sollte genügend Zeit eingeplant werden. Eine Kategorisierung kann sehr komplex werden, da in der Regel viele unterschiedliche Gruppen und auch Personen in mehreren Rollen beteiligt sind.  Beispielsweise Führungskräfte diverser Hierarchieebenen vom Meister bis zum Bereichsleiter, Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten, Betriebsräte, Gesellschafter, Aufsichtsrat, Projektteammitglieder oder informelle Meinungsführer. Je nach Situation sollten qualitative Leitfadeninterviews mit ausgewählten Betroffenen geführt werden.
  • Stimmungen und Einstellungen identifizieren: Gibt es Ergebnisse aus Mitarbeiterbefragungen, Pulse-Checks etc., aus denen Rückschlüsse auf die aktuelle Stimmung und Unternehmenskultur gezogen werden können? Und: Inwieweit wurden anstehende Veränderungen bereits kommuniziert?
  • Screening interner Medien: Welche Kanäle stehen für eine Kommunikation zur Verfügung, etwa Intranet, Mailing-Listen, Dialogformate, Regel-Jour Fixes? Welche Zielgruppen können über welche Kanäle wie schnell erreicht werden?

Für die Analyse sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Denn die Schlussfolgerungen daraus beeinflussen maßgeblich die weitere Konzeption.

Konzeption
Herzstück der Konzeption und die Basis für eine einheitliche Kommunikation ist die Masterstory mit den Kernbotschaften. Sie werden anschließend für die unterschiedlichen Zielgruppen, etwa Mitarbeiter und Führungskräfte, aufbereitet.  

  • Masterstory entwickeln: Die Masterstory sollte erklären, warum und wofür das Unternehmen den digitalen Wandel braucht, welche Schritte zur Umsetzung geplant sind und welche Rolle Mitarbeiter in diesem Prozess spielen. Dabei sollten Unternehmen systematisch vorgehen und folgende Fragen beantworten: Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin und warum? Was ändert sich? Warum ist der digitale Wandel gut für uns als Unternehmen? Und warum für den einzelnen Mitarbeiter? Was wird vom einzelnen Mitarbeiter erwartet?
  • Kernbotschaften formulieren: Es gilt auf den Punkt zu bringen, was bei den Zielgruppen hängen bleiben soll. Zum Beispiel: „Das Social Intranet erleichtert uns die Arbeit“. Deswegen ist es wichtig, dass Kernbotschaften kurz und knapp, leicht verständlich und glaubwürdig formuliert sind. Sie müssen relevant für die Zielgruppen sein (What is in for me) – und zwar sowohl der Inhalt als auch der Ton.
  • Maßnahmen-Mix festlegen: Für die Change Kommunikation empfehlen sich integrierte Kampagnen: Sie sollten persönliche, erlebbare, dialogorientierte Formate, etwa Gallery Walks, genauso beinhalten wie Formate zur Vermittlung von Informationen, zum Beispiel eine Microsite im Intranet. Was im Einzelfall umgesetzt werden kann, hängt von Faktoren wie Ressourcen und Zeit ab. In der Konzeptionsphase sollte zunächst die grundsätzliche Richtung festgelegt werden.

Mehr zur Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen integrierter, crossmedialer Kampagnen sowie zur Evaluation folgt Mitte September in Teil II unserer Blog-Serie Kommunikationsprojekte im Digitalen Wandel richtig planen und umsetzen.

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Wenn Ihr Unternehmen ein Kommunikationsprojekt im Digitalen Wandel plant, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir beraten Sie gern in einem unverbindlichen Erstgespräch zum optimalen Projektvorgehen.

Ihre Expertin für Change Kommunikation: Stefanie Weigl, Telefon 089-230026-45,

 

Autor

Stefanie Weigl

Weiß wie Journalisten ticken, denn sie hat es von der Pike auf gelernt. Bringt mit Vorliebe Struktur in Sachverhalte, Texte, Gespräche. Gewissenhaft, begeisterungsfähig und durchsetzungsstark. Fachlich außerdem universell einsetzbar: Vom Ministerbesuch über Social Media Strategien bis zur Krisenprävention. Schaut als systemischer Coach und mit großem Herz auf Kunden und Kollegen. Kontaktknüpferin. Lernt gern dazu. Radlerin bei Wind und Wetter.

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