Onboarding in Zeiten von Corona: So klappt‘s im Home Office

Die Arbeitswelt steht Kopf: Laut des Reports „Covid-19 and the Agency industry“ der Agenturberatung Ad World Masters arbeiten etwa 92,4 Prozent der europäischen Agenturen in der Coronakrise remote – eine besondere Herausforderung für jeden Mitarbeiter. Unsere beiden neuen Kolleginnen Carolin und Juliane erleben ihren Einstieg ins consense-Agenturleben im Homeoffice. Im Interview verraten sie uns, welche Unterschiede, Herausforderungen, aber auch besonders schöne Momente es beim remote Onboarding gibt.

1. Ihr seid jetzt seit einem Monat bei consense an Bord, die Hälfte dieser Zeit habt ihr im Homeoffice verbracht. Wie unterscheidet sich das remote Onboarding vom regulären Einarbeitungsprozess?

Carolin: Als klar war, dass wir die nächsten Wochen nur noch von zu Hause arbeiten werden, hatte ich schon meine Bedenken, ob Onboarding im Homeoffice gut funktionieren wird. Aber meine Sorgen haben sich recht schnell gelegt – ich spüre, ehrlich gesagt, gar keinen so großen Unterschied: Unsere Onboarding-Termine finden mit Microsoft Teams und via Screensharing fast ganz normal statt. Wenn ich Fragen habe, kann ich mich jederzeit an meine Kolleginnen und Kollegen wenden – entweder per Telefon oder ganz schnell via Chat. Das funktioniert alles wunderbar.

Juliane: Also, ich sitze normalerweise zumindest nicht in Jogginghose im Büro (lacht). Aber im Ernst: Mir ist auch ganz besonders aufgefallen, dass wir viel mehr über Chats, Telefonate oder über Videocalls miteinander kommunizieren, weil die schnellen mündlichen Absprachen im Büro wegfallen. Es war am Anfang schon eine Umstellung, auch digital mal schnell auf die Kollegen zuzugehen, wenn man sie mit Fragen löchern wollte. Da war die Hemmschwelle im Büro mal schnell bei einem Kaffee nachzufragen anfangs schon geringer.

2. Welche Chancen erkennt ihr im remote Onboarding und was waren eure persönlichen Highlights?

Juliane: Ich fand es ganz besonders toll zu sehen, wie sich jeder ins Zeug gelegt hat, um sich und die Agentur auf die remote Arbeit vorzubereiten – wir haben viel kommuniziert und uns gegenseitig unterstützt. Gerade wenn man Neuling ist, zeigt das gleich, wie der Zusammenhalt im neuen Büro ist. Bei consense hat sich wirklich jeder voll für die Agentur reingehängt – vom Trainee bis zur Geschäftsführung, jeder hat überall mitgeholfen. Wirklich eine tolle Chance, das soziale Miteinander noch mehr zu stärken.

Carolin: Mir fiel auch sofort auf, wie schnell sich alle auf die neuen Gegebenheiten eingestellt, neue Strukturen geschaffen und dabei ganz viel Teamgeist bewiesen haben. Schwer beeindruckt war ich beispielsweise, als auf die Schnelle ein Workshop mit einem Kunden so umstrukturiert wurde, dass er remote stattfinden konnte. Meiner Meinung nach ist das ein schönes Beispiel dafür, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt, neue Möglichkeiten zu erkennen.

3. Welchen Herausforderungen seid ihr begegnet?

Carolin: Bis dato habe ich so gut wie nie im Homeoffice gearbeitet und musste mich daher erstmal an diese Arbeitsweise gewöhnen. Anfänglich gab es noch hier und da kleinere technische Probleme. Nachdem diese Stolpersteine behoben wurden, habe ich mich aber recht gut in meinem Heimbüro eingelebt.

Juliane: Bei mir fiel leider an einem Tag über längere Zeit das Internet wegen einer Störung aus. Da musste ich dann irgendwie improvisieren und versuchen, vieles übers eigene Handy mit Hotspot oder offline zu erledigen. Da stieß ich aber bei den Kolleginnen und Kollegen auf viel Verständnis und konnte deswegen ohne Panik das Problem lösen.

4. Zum Onboarding gehört ja auch, dass man die Kolleginnen und Kollegen kennenlernt. Wie könnt ihr im Homeoffice mit euren neuen Kollegen Kontakt halten?

Carolin: Es ist ein wenig paradox: Einerseits ist die digitale Kommunikation ja sehr unpersönlich, andererseits kann sie auch sehr persönlich sein: Letzten Freitag haben wir uns beispielsweise auf einen virtuellen Afterwork-Drink getroffen und plötzlich war ich – wenn auch nur per Video zugeschaltet – in den Wohnungen meiner Kollegen. Irgendwie verrückt. Fest etabliert hat sich auch eine gemeinsame Yoga-Stunde, die von unserer Kollegin Analena immer montags und freitags nach Feierabend angeboten wird.

Juliane: Jeder in der Agentur hatte sofort viele tolle Ideen, wie wir alle in Kontakt bleiben können: remote Yoga oder die gemeinsamen Videocalls sind dabei auch meine Highlights. Aber auch mit meinen beiden Mentorinnen habe ich regelmäßig Kontakt, wir schreiben und telefonieren täglich – das war mir fürs Onboarding besonders wichtig.

5. Was vermisst ihr momentan am meisten aus dem Büro und wie, denkt ihr, wird es nach der Homeoffice-Zeit weitergehen?

Juliane: Mir fehlen vor allem mein ergonomischer Bürostuhl und die gemeinsamen Pausenspaziergänge. Ich denke aber, das remote Arbeiten hat gezeigt, wie engagiert wir alle sind und dass wir unser Herzblut in unsere Arbeit stecken – auch oder vielleicht gerade in solch schwierigen Zeiten. Wir werden nach Corona auf jeden Fall unvergessliche Geschichten parat haben und die (technische) Hürde, mal ein oder zwei Tage im Homeoffice zu arbeiten, werden wir komplett überwunden haben.

Carolin: Selbstverständlich freue ich mich am meisten darauf, wenn ich meine Kolleginnen und Kollegen nicht mehr nur durch die Webcam sehen kann. Und ganz besonders auch auf die gemeinsame Mittagspause. Zudem freue ich mich tatsächlich – so wie Juliane auch – auf meinen Bürostuhl. Der Küchenstuhl ist halt leider nur ein Küchenstuhl und aus ergonomischer Sicht eine kleine Katastrophe (lacht).

6. Was habt ihr in den letzten Wochen gelernt und welche Tipps könnt ihr denjenigen geben, die sich momentan in einer ähnlichen Situation befinden?

Carolin: Beim remote Onboarding gilt noch mal mehr als sonst: Es gibt keine dummen Fragen! Und ab und zu die Kamera beim Telefonieren einschalten – das schafft Nähe.

Juliane: Mein ganz großer Tipp: Traut euch! Stellt besonders viele Fragen; macht klar, wenn ihr irgendwo unsicher seid und macht euch bemerkbar, wenn ihr Lust auf neue Projekte habt. Das fällt manchen über den digitalen Weg vielleicht sogar etwas leichter, weil die Barriere face-to-face, mit jemanden über seine eigene Unsicherheit o. ä. zu sprechen, wegfällt. Und seid auch ruhig bei digitalen Afterwork-Events – wie bei uns bspw. Yoga – dabei. So könnt ihr auch außerhalb der Arbeitswelt mit euren neuen Kolleginnen und Kollegen auf persönlicher Ebene in Kontakt kommen.

Autor

Carolin Breul

Hier fließt der Rhein in die Isar: Gebürtige Kölnerin und studierte Europäische Ethnologin mit einem Faible und geschärften Blick für alltagskulturelle Phänomene. Geht nicht nur in der Küche gerne strategisch vor. Kennt beinahe jeden Foodtrend und hat fast immer Ernährungstipps parat. Beruflich war sie bereits in der Lebensmittel- sowie in der TV-Branche unterwegs und wäre um Haaresbreite beim Radio als Sidekick hängen geblieben. Ist sehr empathisch und liebt Wortspiele. Lässt sich nicht verbiegen – außer beim Yoga.

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