Online ID: Cyber-Mobbing wird zunehmend ein Problem

Cybber-Mobbing ist ein Problem

Heute widmen wir uns einem Thema, das in den Medien leider immer nur dann Thema wird, wenn bereits alles zu spät ist: Dem Cyber-Mobbing oder auch E-Mobbing. In Großbritannien hat sich im September letzten Jahres ein 15 Jahre altes Mädchen das Leben genommen, weil sie Opfer von Cyber-Mobbing wurde. Dabei handelte es sich in Großbritannien bereits um den dritten Fall in zwei Jahren. Holly Grogan sprang nahe der Stadt Loucester von einer Brücke. Ihre Eltern gaben an, dass ihre Tochter nicht mit dem Druck und dem Mobbing in Online-Netzwerken wie Facebook und MySpace zurechtgekommen ist.

Cyber-Mobbing: Erste Haftstrafe in Großbritannien

Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal die 18 Jahre alte Keeley Houghtonzu einer dreimonatigen Haftstrafe in einer Jungendstrafanstalt verurteilt. Auf Facebook soll die Britin eine ehemalige Schulkameradin mit dem Tod bedroht haben. Wie das Nachrichtenportal BBC berichtet, hat die 18-Jährige das Opfer mehrere Jahre lang auch verbal und körperlich massiv bedroht. Traurige Beispiele für ein Phänomen, das in den nächsten Jahren zunehmend für Probleme sorgen wird. Doch was ist Cyber-Mobbing überhaupt?

Definition Cyber-Mobbing

Eine gute Definition von Cyber-Mobbing bietet die Seite saferinternet.at: Demnach ist Cyber-Mobbing das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen von Personen im Internet oder mit dem Handy – meist über einen längeren Zeitraum. Dabei werden unterschiedliche Internet- und Mobile-Services verwendet: wie z.B. im Internet durch E-Mail, Instant Messaging, in Chatrooms, in Diskussionsforen, in Sozialen Netzwerken, auf Foto- oder Videoplattformen, in Blogs und am Handy z.B. durch lästige Anrufe, SMS, Nachrichten auf der Mailbox, Handykamera etc.

Zu den Besonderheiten von Cyber-Mobbing zählen:

  • Inhalte verbreiten sich rasch, vor einem großen Publikum und sind oft nicht mehr zu entfernen.
  • Cyber-Mobbing stellt einen "rund um die Uhr" Eingriff in die Privatsphäre dar, der vor den eigenen vier Wänden nicht halt macht - es sei denn, man nutzt keine neuen Medien. Handy oder Internet nicht mehr zu nutzen ist für die meisten Betroffenen keine Option.
  • Personen die andere online mobben agieren oft (scheinbar) anonym. Die Rollen Täter und Opfer sind nicht einfach zu trennen, Attacken können sich in Form von Gegenattacken gegen einen wenden.

Studie zu Cyber-Mobbing

Noch ist Cyber-Mobbing ein sehr junges Phänomen. In Deutschland hat es noch keine bekannten Fälle wie beispielsweise in Großbritannien gegeben. Vielleicht auch deshalb gibt es nur wenige Studien. Die Bloggossphäre bezieht sich häufig auf die die JIM-Studie 2008 (Jugend, Information, Multimedia) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Nach der Studie gaben ein Viertel der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an, dass in ihrem Bekanntenkreis schon einmal jemand von Internet-Mobbing betroffen war. Die Art und Weise des Mobbings und auch die Verbreitung fallen laut der Studie unterschiedlich aus. Grundsätzlich seien Mädchen deutlich häufiger betroffen, als Jungs. 42 Prozent der befragten Jugendlichen teilten mit, dass von ihnen schon einmal Fotos oder Videos ohne die entsprechende Zustimmung im Netz verbreitet wurden. Beleidigungen und die Verbreitung von falschen Informationen haben 14 Prozent der Befragten erlebt, so die Studie.

Cyber-Mobbing: Rechtslage in Deutschland

Laut Rechtsanwalt Tobias Röttger gibt es in Deutschland noch keine gesetzlich festgelegte Definition für Cyber-Mobbing. Wikipedia sieht durch Cyper-Mobbing eine mögliche Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts wie zum Beispiel das Recht am eigenen Namen, Bild, Wort oder den wirtschaftlichen Ruf. Cyber-Mobbing ist demnach in Deutschland ein Strafdelikt, für das bei Erwachsenen und Jugendlichen unterschiedliche Strafhöhen und –arten angewendet werden.

Hilfe bei Cyber-Mobbing

Die Seite saferinternet.at bietet umfangreiche Tipps für Betroffene sowie Links zu Anlaufstellen und weiterführender Literatur. Das ServiceBureau Jugendinformation hat 2008 eine Broschüre mit umfangreichen Beispielen, Handlungsanweisungen und Kontaktadressen herausgegeben.

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