Strategiekommunikation Teil II: Methoden und Werkzeuge

In Teil zwei unserer Blogserie zur Strategiekommunikation werfen wir einen Blick auf die konkrete Umsetzung. Welche Methoden und Kanäle gibt es? Wie lassen sich welche Informationen an die verschiedenen Zielgruppen kommunizieren? Eines schon vorab: Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

Geschäftsführung und Management müssen verschiedene Werkzeuge und Kommunikationskanäle nutzen, um die Strategie im Unternehmen zu verankern. Dabei ist wichtig, dass die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und zur internen Kommunikation sowie Unternehmenskultur passen. In der Regel läuft es dabei auf einen Mix verschiedener Methoden hinaus – je nach Zielgruppe, Botschaft und Phase der Strategieumsetzung bzw. -entwicklung.

Gerade im Bereich der Strategiekommunikation empfiehlt es sich, die Informationen kaskadierend im Unternehmen zu streuen, „von oben nach unten“ – zunächst Betriebsrat und Ombudsleute, dann das Management und leitende Angestellte und anschließend alle Mitarbeiter. Das hat den Vorteil, dass die Geschäftsleitung die Kontrolle über den Informationsfluss behält und dass Führungskräfte frühzeitig im Boot sind, um dann ihren Mitarbeitern Fragen beantworten zu können. Nachteil ist, dass es sich hierbei um ein vertikales System handelt, das Feedback nur bedingt zulässt. Daher sollte bei der Auswahl der einzelnen Methoden darauf geachtet werden, dass sie immer eine Möglichkeit zum Dialog bieten.

Schau mir in die Augen
Um den Dialog in der Strategiekommunikation zu fördern, eignen sich etwa persönliche Formate wie Gespräche, Workshops oder Mitarbeiterversammlungen. In Workshops können beispielsweise die Geschäftsleitung, Vorstände und führende Mitarbeiter die Strategie diskutieren und ausarbeiten. In einem nächsten Schritt muss diese auf die einzelnen Abteilungen heruntergebrochen und mit den zuständigen Leitern besprochen werden. Die Team- oder Abteilungsleitung kann die neue Strategie mit den jeweiligen Mitarbeitern besprechen und definieren, wie sie sie in ihrem Arbeitsbereich umsetzen können. Zudem bieten Betriebsversammlungen, Townhall-Meetings oder interne Roundtables die Möglichkeit für die Geschäftsführung, die strategische Marschrichtung vorzustellen und sich im Rahmen von Q&As Zeit für die Fragen von Mitarbeitern zu nehmen. So behält das Management die Informationshoheit und gibt gleichzeitig die Möglichkeit zum Austausch.

Weitere Informationen gibt es unter…
Wichtig ist auch, dass es Informationsmaterialien gibt, die von Führungskräften und Mitarbeitern regelmäßig genutzt werden können. Das sind zum Beispiel: Präsentationsunterlagen zur neuen Strategie, Kernbotschaften und Sprachregelungen, Handbücher, FAQs, Leitfäden und Guidelines für die Umsetzung der Strategie im Berufsalltag und Broschüren oder Flyer für die Mitarbeiter, in denen die wichtigen Aspekte zusammengefasst sind.

Einmal kommuniziert reicht, oder?
Ist die Strategie festgezurrt und an alle Mitarbeiter kommuniziert, legen viele erst einmal die Hände in den Schoß – die Infos sind raus, jeder weiß Bescheid. Doch aktuell befinden wir uns in so volatilen Zeiten, dass auch eine noch so gut durchdachte Strategie ständig angepasst werden muss. Und das müssen auch die Mitarbeiter wissen. Welche strategischen Fragestellungen ergeben sich mit der Zeit? Mit welchen Zukunftsplänen beschäftigt sich die Unternehmensleitung? Für regelmäßige Kommunikation eignen sich beispielsweise Mitarbeiterzeitung, Intranet, interne Newsletter und Mailings. Und hier dürfen Unternehmen gerne mutig bei den Formaten sein: Ein kurzes Video oder Podcast, in dem der Geschäftsführer über die neuesten Entwicklungen informiert, sorgt für Abwechslung und Unterhaltung – vorausgesetzt die Führungskraft kann gut vor der Kamera sprechen und wirkt authentisch. Auch Interviews mit oder Berichte über Mitarbeiter, die die Strategie schon aktiv leben, dienen als Erfolgsbeispiele und machen das Thema greifbarer für alle. Wichtig ist dabei zu überprüfen, welches Format und welcher Sprecher sich für welche Information eignet.

Der häufigste Fehler, den Unternehmen bei der Strategiekommunikation machen, ist zu wenig oder gar nicht zu kommunizieren. Mitarbeiter mit Informationen zu überhäufen wäre auch nicht hilfreich, doch erfahrungsgemäß ist das ein sehr seltenes Phänomen. Wichtig ist, dass nicht nur genügend Ressourcen in die Strategieentwicklung und den ersten „Big Bang“ investiert werden, sondern auch eine langfristige und nachhaltige Kommunikation von Beginn an mitgedacht wird. Ein Mix an Methoden und Kanälen macht das Thema für Mitarbeiter greifbar und transparent. Und gerade bei einem so komplexen Thema wie Strategie gilt ganz besonders: Wiederholung schafft Verständnis.

Doch woher wissen Unternehmen, welche Informationen und Formate bei den Mitarbeitern ankommen? Und wie können sie erfahren, inwiefern die Belegschaft die neue Strategie bereits verstanden und verinnerlicht hat? Dazu mehr in Teil III der Blogserie zum Thema Strategiekommunikation.

Autor

Andrea Plücke

Die studierte Anglistin ist nicht nur fit in Englisch, sondern auch in der Küche. Ob Kochen oder Backen Hauptsache lecker! In ihrer Freizeit geht es oft hoch hinaus, denn wenn der Berg ruft, ist sie immer in Hörweite. Mit Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und einem Auge fürs Detail macht sie sich als Beraterin gerne an komplexe Themen. Sie packt gern mit an und ist ein Freund von Ehrlichkeit. Ihr Motto: „Von nix kommt nix!“

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