KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI Overviews verändern ab 2026 die Logik der Suche grundlegend. Generative Engine Optimization (GEO) wird damit zur zentralen strategischen Aufgabe für Kommunikationsabteilungen – und zu einer der wichtigsten Beratungsdisziplinen moderner PR-Agenturen.
Aktualisiert am 25. Oktober 2026: Wir haben die Quellen geprüft und aktualisiert, neue Zahlen zur KI-Nutzung in Deutschland ergänzt und die Serie auf sechs Teile zusammengeführt. „Welche Kanäle die KI-Suche zitiert“ ist jetzt Teil von Reputation in der KI-Ära.
Dieser Artikel ist Teil 1 einer sechsteiligen Serie zu KI in der Kommunikation und Generative Engine Optimization (GEO). Die Serie richtet sich an Verantwortliche von Kommunikationsabteilungen, die ihre Inhalte, Kanäle und Reputation auf die neue KI-Suche vorbereiten wollen.
Für viele Menschen ist KI bereits der erste Anlaufpunkt. Laut Bitkom (2026) nutzen 58 % der Menschen in Deutschland KI, für 41 % der Nutzenden ist sie die erste Anlaufstelle für fast alle Fragen.
Pew Research (2025) dokumentiert: Bei Google-Suchen mit AI Overview sinkt die Klickrate auf klassische Treffer von 15 % auf 8 %.
Laut Ahrefs (2025) ranken nur 12 % der von ChatGPT, Gemini und Copilot zitierten URLs in Googles Top 10 zum gleichen Prompt – SEO-Ranking und KI-Citation entkoppeln sich strukturell.
McKinsey schätzt, dass in den USA bis 2028 rund 750 Milliarden US-Dollar Umsatz über KI-gestützte Suche laufen könnten. Damit ist die wirtschaftliche Bedeutung längst konkret.
Laut Gartner (2025) erwarten 65 % der CMOs, dass KI ihre Rolle innerhalb der nächsten zwei Jahre grundlegend verändert. Laut BCG (2026) fühlen sich aber nur 36 % der Beschäftigten ausreichend für KI weitergebildet. Zwischen Nutzung und Vorbereitung klafft also noch eine deutliche Kompetenzlücke.
KI-Suchsysteme sind nicht einfach zusätzliche Distributionskanäle. Sie wirken als Filter zwischen Unternehmen und ihren Stakeholdern.
Sieben strategische Veränderungen werden ab 2026 die Arbeit von Kommunikationsabteilungen prägen: Sie betreffen Rollen, Abläufe und Erfolgskennzahlen – von klaren Verantwortlichkeiten bis hin zu neuen Routinen in der Krisenkommunikation.
In aktuellen Beratungsmandaten zeigt sich branchenübergreifend ein ähnlicher Aha-Moment: Viele Unternehmen tauchen in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews gar nicht auf – oder nur mit veralteten Informationen. Und das, obwohl ihre Website in der klassischen Suche gut rankt. Daraus entsteht fast immer dieselbe operative Frage: Was bedeutet das für die Kommunikationsabteilung?
Generative Engine Optimization, kurz GEO, liefert darauf eine erste Antwort. Gemeint ist die strategische Optimierung von Inhalten, damit sie von KI-Suchsystemen zitiert und aufgegriffen werden. Doch GEO ist mehr als eine technische Erweiterung von SEO. Es verändert die Arbeit von Kommunikationsabteilungen grundlegend: Verantwortlichkeiten, Kennzahlen, Partnerstrukturen, Earned Media und Krisenkommunikation müssen neu gedacht werden.
Wer GEO nur als SEO-Update versteht, unterschätzt die Tragweite. Wer es als eigenständige Disziplin begreift, kann die nächsten 24 Monate strategisch nutzen.
Bislang folgte Unternehmenskommunikation einer klaren Logik: Botschaften werden entwickelt und über Kanäle an definierte Zielgruppen distribuiert – Medien, Kund:innen, Talente oder Investor:innen. Suchmaschinen waren ein Verstärker, kein Filter.
Das verändert sich grundlegend. KI-Suchsysteme stehen heute zwischen Unternehmen und Stakeholdern. Nutzende lesen zunehmend KI-generierte Antworten statt Trefferlisten. Diese entstehen als Synthese aus verschiedenen Quellen, gewichtet nach Vertrauenswürdigkeit, Aktualität und Strukturqualität. Was darin nicht vorkommt, findet in der Wahrnehmung kaum statt.
Daraus ergibt sich ein zentraler Paradigmenwechsel: KI ist kein Distributionskanal mehr, sondern eine eigene Zielgruppe. Sie muss strategisch adressiert werden mit spezifischer Ansprache, passenden Inhalten und eigenen Kennzahlen. Wer das ignoriert, optimiert für eine Wahrnehmungslogik, die an Bedeutung verliert.
Diese Verschiebung ist empirisch belegt: Eine Analyse des Pew Research Center (2025) von 68.879 Google-Suchen von 900 US-Erwachsenen zeigt, dass bei Anfragen mit AI Overview nur in 8 % der Fälle auf klassische Treffer geklickt wird, ohne AI Overview sind es 15 %. Für Deutschland kommt SISTRIX (2026) nach der Auswertung von über 100 Millionen Keywords zu einem ähnlichen Bild: Erscheint eine AI Overview, sinkt die Klickrate auf Position 1 von 27 auf 11 %.
Noch entscheidender ist die strukturelle Entkopplung von SEO und KI-Suche: Eine Ahrefs-Analyse (2025) belegt, dass nur noch 12 % der von ChatGPT, Gemini und Copilot zitierten URLs auch in Googles Top 10 für denselben Prompt ranken. Auch bei Google selbst lockert sich der Zusammenhang: Laut einer neueren Ahrefs-Messung (2026) stehen nur noch 37,9 % der URLs, die AI Overviews zitieren, in den organischen Top 10. Wer in der Trefferliste rankt, ist damit nicht mehr automatisch in der KI-Antwort sichtbar – und umgekehrt. Ranking und KI-Sichtbarkeit entwickeln sich damit zunehmend unabhängig voneinander.
Was sich für Kommunikationsabteilungen in den nächsten 24 Monaten ändert, lässt sich in einer Setup-Gegenüberstellung erfassen:
Dimension | Klassisches Kommunikations-Setup (vor 2024) | GEO-getriebenes Setup (ab 2026) |
Hauptzielgruppe | Stakeholder (Medien, Kund:innen, Mitarbeitende) | Stakeholder + KI-Suchsysteme als vorgelagerte Filterinstanz |
Erfolgskennzahl | Reichweite, Anzeigenäquivalenz, Coverage | Citation-Rate in KI-Antworten, AI Share of Voice |
Verantwortliche Disziplin | Pressestelle / Unternehmenskommunikation | Schnittstelle aus PR, Strategie und interner Redaktion |
Externe Partner | PR-Agentur, ggf. SEO-Spezialagentur | Moderne PR-Agentur für Content (Aufbau, Struktur, Wording), SEO als Hilfsdisziplin |
Content-Frequenz | quartalsweise große Kampagnen, monatliche Releases | dauerhafte Substanz, kontinuierliche Aktualisierung |
Earned-Media-Funktion | Reputations-Verstärker, „wünschenswert” | Tragender Pfeiler der Reputation, „unverzichtbar” |
Krisenrolle | Erstmedien-Distribution für Journalist:innen | Erstmedien-Distribution + KI-Kontextsteuerung |
Aus unserer Beratung wissen wir: Diese Veränderungen passieren nicht schrittweise und isoliert. Sie betreffen Rollen, Kennzahlen und Agentur-Briefings gleichzeitig.
Kommunikationsabteilungen, die heute noch vor allem über monatliche Coverage-Reports gesteuert werden, dürften 2027 an Grenzen stoßen.
KI-Antworten liefern Informationen direkt – das Klicken auf klassische Treffer wird zunehmend optional. Laut Google (2026) nutzen über 2,5 Milliarden Menschen im Monat AI Overviews, der AI Mode hat über eine Milliarde Nutzer:innen. In Deutschland zeigt Google laut SISTRIX (2026) bei rund 20 % der Keywords eine AI Overview an.
Entscheidend ist weniger die exakte Höhe als die Entwicklung: AI Overviews entwickeln sich zur zentralen Begegnungsfläche zwischen Unternehmen und Suchenden.
Was das für die Kommunikationsabteilung bedeutet: Erfolg verschiebt sich vom Klick zur Citation. Kommunikationsverantwortliche müssen ihre KPIs entsprechend neu ausrichten – Reichweiten ohne Klickbezug werden zur zentralen Steuerungsgröße. Wer weiterhin primär Website-Traffic misst, optimiert für eine Mechanik, die an Bedeutung verliert.
Der häufigste strategische Fehler ist die Einordnung von KI-Suche als „weiterer Kanal” zwischen SEO und Social Media. Diese Sichtweise produziert Investitionen in einzelne Tools, ohne die Strategie zu verändern. KI-Suchsysteme wirken dabei wie ein Filter: Sie entscheiden mit, welche Quellen Stakeholder erreichen.
Was das für die Kommunikationsabteilung bedeutet: KI muss in die Zielgruppen-Analyse aufgenommen werden – mit eigener Ansprache und Erfolgsmetrik. McKinsey schätzt, dass bis 2028 jährlich rund 750 Milliarden US-Dollar an Konsumentenausgaben in den USA über KI-gestützte Suche fließen werden. Eine Marke, die in dieser Filterstufe nicht erscheint, verliert Reichweite – auch wenn sie auf den klassischen Kanälen weiter sichtbar ist.
KI-Suchsysteme bevorzugen Quellen, denen sie vertrauen. Dazu gehören neben den eigenen Unternehmensseiten vor allem Medien, Fachportale und Plattformen. Laut einer Studie von Chen u. a. (2025) ziehen KI-Suchsysteme Earned Media, also Berichte und Einordnungen Dritter, deutlich häufiger heran als markeneigene Inhalte. Unternehmensinhalte bleiben trotzdem eine wichtige Datenbasis. Wie beides zusammenwirkt, zeigt Teil 2 dieser Serie.
Was das für die Kommunikationsabteilung bedeutet: Pressearbeit wird zum tragenden Pfeiler der Reputation. Earned-Media-Strategien, die in vielen Unternehmen in den letzten Jahren zugunsten von Content-Marketing zurückgefahren wurden, müssen neu priorisiert werden. Wer in der Fachpresse präsent ist, profitiert doppelt: in der klassischen Wahrnehmung und in den KI-Antworten.
KI-Suchsysteme achten stark auf Klarheit, Belege und erkennbare Expertise. Keyword-Dichte und Backlinks verlieren an Gewicht. Ob ein Inhalt zitiert wird, entscheidet sich deshalb vor allem am Inhalt selbst.
Die operative Grundlage dieser Substanz-Logik ist das E-E-A-T-Prinzip (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness). Inhalte werden zitiert, wenn sie persönliche Erfahrung zeigen, fachliche Tiefe belegen, von erkennbarer Autorität getragen sind und verlässliche Quellen transparent machen. Diese Signale erkennen KI-Systeme in Website-Texten, Pressebeiträgen und LinkedIn-Posts – wer sie konsequent setzt, wird häufiger zitiert. Wie sich E-E-A-T konkret in Website-Texte und Earned Media übersetzen lässt, vertiefen wir in Teil 3 dieser Serie.
Was das für die Kommunikationsabteilung bedeutet: Die Beratungsdisziplin verlagert sich von SEO-Spezialagenturen hin zu strategischen Kommunikationsberatungen. Wer Story, Substanz und Earned-Media-Routinen beherrscht, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber rein toolgetriebenen Anbietern. Entscheidend für KI-Sichtbarkeit ist nicht die Frage „Welches Tool?“, sondern „Welche Aussage, mit welchem Beleg, durch welche Person?“.
Snippet-fähige Definitionsblöcke, Vergleichstabellen, Statistiken mit Quelle, FAQ-Strukturen und klare Headlines: Was lange als technisches SEO-Handwerk galt, wird zur Grundanforderung moderner Unternehmenskommunikation.
Für Kommunikationsabteilungen bedeutet das konkrete Veränderungen in der operativen Arbeit: Briefings, Redaktionspläne und Anforderungsprofile entwickeln sich weiter. Inhalte sollten erzählen und zugleich so aufgebaut sein, dass KI-Systeme sie zuverlässig erfassen und einordnen können.
Die Dimension dieses Wandels ist belegt: Laut Gartner (November 2025) erwarten 65 % der CMOs, dass KI ihre Rolle in den nächsten zwei Jahren grundlegend verändert. Laut einer weiteren Gartner-Befragung testen oder nutzen 81 % der Marketing-Technologie-Verantwortlichen bereits KI-Agenten in ihren Unternehmen. Gleichzeitig bestehen deutliche Kompetenzlücken: 90 % der Kommunikationsverantwortlichen in den USA und Kanada sehen KI laut Cision/PRWeek (2025) bereits als Teil ihrer Strategie, aber nur 36 % der Beschäftigten sind laut BCG (2026) mit ihrer Weiterbildung zufrieden.
Reputations-Monitoring endet 2026 nicht mehr bei Pressespiegel und Google-Alerts. AI-Sichtbarkeit wird zur eigenständigen Steuerungsgröße: Wo wird ein Unternehmen zitiert, in welchem Kontext und im Vergleich zu welchen Wettbewerbern? Tools wie Peec AI, Otterly, ZipTie oder Profound machen diese Daten erstmals systematisch zugänglich. Für die eigene Website zeigt die Google Search Console seit 2026 zudem, wie oft Seiten in Googles KI-Antworten erscheinen.
Für Kommunikationsabteilungen bedeutet das: Reporting-Strukturen müssen erweitert werden. AI Share of Voice gehört künftig selbstverständlich in jedes Kommunikations-Reporting – neben klassischer Coverage. Lesen Sie dazu gerne auch unseren aktuellen Blogbeitrag: Authority, Visibility, Impact: die neue KPIs in der PR-Erfolgsmessung.
Wer KI-Citations nicht misst, verliert den Blick auf einen wachsenden Teil der Markenwahrnehmung. Entsprechend wird der Aufbau eines belastbaren Tracking-Setups zur Voraussetzung für jede steuerbare GEO-Strategie.
KI-Suchsysteme können Krisen verlängern, verzerren oder neu aufladen. Veraltete Trainingsdaten greifen geklärte Vorwürfe erneut auf, falsche Verknüpfungen ordnen Ereignisse dem falschen Unternehmen zu. Gleichzeitig prägt die Tonalität der KI-Antwort die öffentliche Wahrnehmung oft stärker als jede offizielle Stellungnahme. Laut dem KI-Reputationsmonitor 2026 von FTI Consulting zeigt inzwischen jedes DAX40-Unternehmen in KI-Sprachmodellen mindestens ein Reputationsrisiko.
Für Kommunikationsabteilungen hat das direkte Konsequenzen: Krisenroutinen müssen die KI-Reaktionsebene systematisch integrieren. Holding Statements, Sprachregelungen und Erstmedien-Distribution brauchen eine zusätzliche Dimension – ergänzt um eine klare Rolle im Krisenstab, die KI-Antworten in Echtzeit beobachtet und bewertet. Die konkrete Operationalisierung vertiefen wir in Teil 5 dieser Serie.
Die Verschiebung von KI wirkt über alle Disziplinen der Unternehmenskommunikation hinweg:
Marke: Markenführung muss in den Antworttext der KI hineinreichen. Eine Marke, die in ChatGPT & Co. nicht vorkommt, findet in der Wahrnehmung vieler Stakeholder kaum noch statt.
Unternehmenskommunikation: Pressearbeit wird zur Pflichtaufgabe, nicht zur Kür. Earned Media ist eine der zentralen Quellen für KI-Citations.
Reputationsmanagement: Aktive Citation-Steuerung wird zur neuen Routine neben dem Pressespiegel. Was KI-Systeme über ein Unternehmen sagen, ist Teil seiner Reputation, auch ohne Klick.
Krisenkommunikation: Vorbereitung muss die KI-Antwort systematisch mitdenken. Holding Statements und Krisensimulationen brauchen eine zusätzliche Dimension: die KI-Reaktionsebene.
Die neue Klammer lautet: Sichtbarkeit in KI-Systemen wird zu einem wichtigen Teil der Sichtbarkeit im Markt.
KI-Suchsysteme gehören in die Zielgruppen-Analyse. Planen Sie für sie eigene Inhalte, eine eigene Ansprache und eigene Kennzahlen.
Ein gutes Google-Ranking sichert keine Sichtbarkeit in KI-Antworten. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, ob und wie Ihr Unternehmen in ChatGPT, Gemini und Co. erscheint.
Pressearbeit gewinnt an Bedeutung, weil KI-Systeme stark auf Einordnungen Dritter setzen. Planen Sie Hintergrund- und Fachbeiträge fest ein.
Zitierfähig wird, was klar aufgebaut, belegt und einer erkennbaren Person zugeordnet ist. Diese Anforderungen gehören in jedes Briefing.
GEO braucht eine klare Verantwortung im Unternehmen. Legen Sie fest, wer die KI-Sichtbarkeit misst, bewertet und daraus Maßnahmen ableitet.
Generative Engine Optimization (GEO) ist kein Add-on zur bestehenden Kommunikationsstrategie, sondern eine Neuordnung der Disziplin – mit direkten Konsequenzen für Rollen, KPIs, Briefings, Krisenroutinen und Agenturmodelle. Wer 2026 weiter SEO-zentriert denkt, optimiert für ein System, das an Bedeutung verliert. Wer GEO zu spät verankert, überlässt die Antwort auf zentrale Fragen zur eigenen Marke anderen.
Die gute Nachricht: Was GEO erfordert – Substanz, Story, Earned Media und Krisenfestigkeit – gehört seit jeher zum Kern strategischer Kommunikationsberatung. PR-Agenturen starten damit aus einer starken Position, vorausgesetzt, sie verstehen GEO als strategische Beratungsdisziplin und nicht als Zusatzleistung in der Umsetzung.
Wie sich diese Sichtbarkeit aufbaut und wie Unternehmen ihr Markenbild in KI-Antworten steuern, zeigt Teil 2 der Serie: Reputation in der KI-Ära. Die sechsteilige Serie führt von der strategischen Einordnung über Reputation und Inhalte bis zur Krisenkommunikation in der KI-Ära. Mehr zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Seite Generative Engine Optimization.
GEO sitzt typischerweise an der Schnittstelle aus Unternehmenskommunikation, Marketing und Content-Redaktion. Wir sehen im Unternehmen drei Modelle: Verantwortung in der Pressestelle (mit Brücke zu Performance Marketing), in der Content-Redaktion (mit strategischem Briefing aus PR) oder als eigene neue Rolle „Head of AI Communications”. Entscheidend ist, dass Earned Media, Strategie und digitale Tools unter einer Verantwortung zusammenkommen.
In drei Schritten: Erstens eine Bestandsaufnahme der aktuellen KI-Sichtbarkeit zu zentralen Marken- und Themen-Queries. Zweitens eine inhaltliche Strukturierung bestehender Pillar-Seiten nach GEO-Prinzipien. Drittens eine Verlagerung von Earned-Media-Aktivitäten auf die Kanäle, die KI-Suchsysteme bevorzugen. Diese Reihenfolge hat sich in unserer Beratung über 90 Tage bewährt, ohne organisatorische Umbauten.
Der häufigste Konflikt: Das SEO-Team optimiert weiter für Keyword-Dichte und Backlinks, die Kommunikationsabteilung für Story und Earned Media. Beide sind richtig – aber für unterschiedliche Erfolgssysteme. Die Lösung liegt in einer klaren Disziplin-Abgrenzung: SEO bleibt für klassische Trefferlisten zuständig, GEO für KI-Citations. Wir empfehlen ein gemeinsames KPI-Set, das beide Mechaniken abbildet, statt einer Disziplin den Vorrang zu geben.
Über ein gemeinsames Briefing mit klar getrennten Aufträgen. Die PR-Agentur verantwortet Themenagenda, Earned Media und Substanz; die SEO-Agentur die technische Strukturierung, Schema Markup und Performance-Tracking. Wichtig ist eine gemeinsame Governance – idealerweise mit einem internen Lead, der beide Disziplinen koordiniert. Wo das nicht etabliert ist, kommt es zu doppelter Arbeit oder gegenseitiger Blockade.
Drei Investitionen amortisieren sich erfahrungsgemäß innerhalb von drei bis sechs Monaten: ein KI-Sichtbarkeits-Audit (Bestandsaufnahme), die strukturelle Optimierung der wichtigsten Pillar-Seiten und ein laufendes Earned-Media-Programm in einem oder zwei für die Branche zentralen Fachmedien. Diese Kombination liefert messbare KI-Citations, bevor größere strategische Umstellungen nötig werden.
Mit drei Belegen: dem dokumentierten Klickrückgang auf der eigenen Website durch AI Overviews, einem Vergleich der eigenen KI-Sichtbarkeit mit zwei direkten Wettbewerbern (Tool-basiert) und einer Hochrechnung des Reputations-Risikos bei einer KI-Antwort, die das Unternehmen mit einer veralteten Geschichte verknüpft. Diese drei Beweise verschieben das Gespräch von Tool zu Strategie und machen GEO zu einem Thema der Geschäftsführung.
Wer das operative Handwerk vertiefen will, findet in deutschsprachigen Lehrgängen wie der Münchner Digital-Marketing-Akademie 121watt fundierte GEO-Schulungen, die von Content bis Tools alles abdecken. Aus Beratungsperspektive ergänzen sie strategische Kommunikationsberatung sinnvoll: Lehrgänge vermitteln Methodik; Beratungsmandate übersetzen die Methodik in unternehmensspezifische Routinen, Story-Arbeit und Earned-Media-Strategien.
Pew Research Center (Juli 2025): Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results. 900 US-Erwachsene, Browsing-Daten März 2025, 68.879 Suchen. https://www.pewresearch.org/short-reads/2025/07/22/google-users-are-less-likely-to-click-on-links-when-an-ai-summary-appears-in-the-results/
SISTRIX (2026): AI Overviews in Deutschland – so stark sinken die Klickraten wirklich. Über 100 Mio. Keywords. https://www.sistrix.de/news/ai-overviews-in-deutschland-so-stark-sinken-die-klickraten-wirklich/
Google (2026): New opportunities, control and insights for website owners. https://blog.google/products-and-platforms/products/search/new-controls-website-owners/
Bitkom (2026): Studienbericht zur KI-Nutzung in der Bevölkerung. https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-06/bitkom-studienbericht-ki-bevoelkerung.pdf
Ahrefs (2025): Only 12% of AI Cited URLs Rank in Google’s Top 10 for the Original Prompt. https://ahrefs.com/blog/ai-search-overlap/
Ahrefs (2026): Auswertung der in Google AI Overviews zitierten URLs. https://ahrefs.com/blog/ai-overview-citations-top-10/
McKinsey (2025): New Front Door to the Internet – Winning in the Age of AI Search. McKinsey AI Discovery Survey, August 2025, n = 1.927 US-Konsument:innen. https://www.mckinsey.com/capabilities/growth-marketing-and-sales/our-insights/new-front-door-to-the-internet-winning-in-the-age-of-ai-search
Chen, M., Wang, X., Chen, K. und Koudas, N. (2025): Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search. arXiv 2509.08919. https://arxiv.org/abs/2509.08919
Gartner (November 2025): Gartner Survey Finds 65% of CMOs Say Advances in AI Will Dramatically Change Their Role in the Next Two Years. 402 Marketing-Führungskräfte. https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2024-11-17-gartner-survey-finds-65-percent-of-cmos-say-advances-in-ai-will-dramatically-change-their-role-in-the-next-two-years
Gartner (Dezember 2025): CMOs’ Top Challenges & Priorities For 2026. 413 Marketing-Technologie-Verantwortliche. https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2025-12-04-cmos-top-challenges-and-priorities-for-2026
Cision & PRWeek (2025): 2025 Comms Report – AI Adoption Accelerates. Befragte in den USA und Kanada. https://www.cision.com/about/press-releases/2025-press-releases/cision-and-prweek-unveil-2025-comms-report-ai-adoption-accelerates-as-communications-leaders-gain-greater-influence-in-the-c-suite-302383271/
BCG (Juni 2026): AI at Work – Strategy Matters More Than Tools. Knapp 12.000 Befragte in mehr als zwölf Märkten. https://www.bcg.com/publications/2026/ai-at-work-why-strategy-matters-more-than-tools
FTI Consulting (2026): KI-Reputationsmonitor 2026. https://fticommunications.com/fti-consulting-ki-reputationsmonitor-2026-ein-jahr-spater-wie-verandert-sich-die-wahrnehmung-der-dax40-unternehmen-in-ki-sprachmodellen/
121watt Digital-Marketing-Akademie München: GEO-Lehrgang. https://www.121watt.de
consense communications (2026): Beratungserfahrung.
Die Autorin Claudia Thaler ist Geschäftsführerin der PR-Agentur consense communications GmbH (GPRA) in München. Seit über 25 Jahren begleitet sie mittelständische Unternehmen, DAX-Konzerne und NGOs in den Bereichen Change, Krisenkommunikation, interne Kommunikation und Reputationsmanagement. Seit 2024 liegt ihr Schwerpunkt auf KI-getriebenen Veränderungen in der Kommunikation. → Vollständiges Autorenprofil auf dieser Website · Claudia Thaler auf LinkedIn.
Dieser Beitrag bildet den Auftakt unserer sechsteiligen Serie zu KI in der Kommunikation und Generative Engine Optimization (GEO). In den weiteren Teilen zeigen wir, wie Kommunikationsabteilungen ihre Inhalte, Kanäle und Reputationsarbeit auf die neue KI-Suche ausrichten können. Schritt für Schritt geht es darum, wie Unternehmen sichtbar, zitierfähig und vertrauenswürdig bleiben, wenn ChatGPT, Google und andere KI-Systeme Antworten über Marken, Themen und Organisationen formulieren.
Teil 1 KI als neue Zielgruppe (jetzt): Wie GEO die Arbeit von Kommunikationsabteilungen ab 2026 verändert
Teil 2 Reputation in der KI-Ära: Wie Unternehmen 2026 ihr Markenbild in der KI-Suche steuern
Teil 3 Schreiben für KI nach dem E-E-A-T-Prinzip: Wie Website-Content und Pressebeiträge zitierfähig werden
Teil 4 KI-Texte in der Praxis: KI-Tools und Prompt-Vorlagen für Kommunikationsteams
Teil 5 Krisenkommunikation in der KI-Ära: Wenn die KI Ihre Krise erzählt – Holding Statements und KI-Korrektur
Credits Bild: metamorworks (iStock).
Inhaberin und Geschäftsführerin consense communications GmbH (GPRA) Claudia Thaler ist Gründerin und Geschäftsführerin der PR-Agentur consense communications GmbH (GPRA) in München. Seit über 25 Jahren begleitet sie mittelständische Unternehmen, DAX-Konzerne und NGOs im Bereich strategische Kommunikation. Dazu zählen Reputationsmanagement und PR, Change, Krisenkommunikation sowie interne Kommunikation. Seit 2024 liegt ihr Schwerpunkt auf KI-getriebenen Veränderungen in der Kommunikation. Sie ist zertifizierte systemische Coachin (IFW - Institut für Fort- und Weiterbildung) und seit März 2025 GPRA-Präsidiumsmitglied.