Führungskräftekommunikation sorgt dafür, dass Strategie und Veränderung dort ankommen, wo sie umgesetzt werden: in den Teams, vermittelt von Führungskräften, die früh informiert und vorbereitet sind.
Führungskräftekommunikation umfasst alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Führungskräfte informieren, einbinden und dabei unterstützen, Strategie, Entscheidungen und Veränderungen im eigenen Verantwortungsbereich verständlich zu vermitteln. Sie richtet sich an alle Führungsebenen – von der Geschäftsführung bis zur Teamleitung. Führungskräfte haben dabei eine Doppelrolle: Sie sind zugleich Empfänger:innen und Multiplikator:innen der Unternehmenskommunikation.
Führungskräftekommunikation richtet sich an Führungskräfte als Zielgruppe und macht sie zu Absender:innen von Strategie und Veränderung. Führungskommunikation meint dagegen das kommunikative Handeln der einzelnen Führungskraft.
Für Kommunikation mit dem Team bleibt wenig Zeit: Führungskräfte verbringen fast 40 % ihrer Arbeitszeit mit Tagesproblemen und Verwaltung, aber nur 13 % mit der Entwicklung ihrer Mitarbeitenden (Deloitte Global Human Capital Trends 2025).
Der Druck auf die Führungsebene wächst: 71 % der Führungskräfte berichten von mehr Stress, 40 % von ihnen haben erwogen, ihre Führungsrolle aufzugeben (DDI Global Leadership Forecast 2025).
Beziehungen gelten als wichtigster Hebel: 61 % der befragten Führungskräfte nennen „wirksam in Beziehung treten" als zentralen Führungshebel (Coverdale-Studie „Zukunft von Führung", 2026).
An der Spitze klafft eine Erwartungslücke: 73 % sehen CEOs in der Pflicht, zwischen gespaltenen Gruppen Vertrauen aufzubauen, nur 44 % finden, dass ihnen das gelingt (Edelman Trust Barometer 2026, CEO Insights).
Für die Reputation eines CEO zählt laut Edelman 2026 am meisten, was die eigenen Mitarbeitenden über ihn oder sie sagen (51 %), mehr als Presseinterviews (24 %) oder eigene Social-Media-Beiträge (19 %).
Wirksam wird Führungskräftekommunikation als fester Prozess: mit klaren Aufgaben für jede Führungsebene, verlässlichen Rückkanälen und Training für schwierige Anlässe.
Restrukturierungen folgen immer schneller aufeinander, KI verändert Aufgaben oft schneller als Stellenbeschreibungen – und viele Unternehmen treffen Entscheidungen, die tief in Zusammenarbeit, Kultur und Werte eingreifen. Die Botschaften dazu entstehen meist in Vorstand und Geschäftsführung. Ob sie aber verstanden, eingeordnet und mitgetragen werden, entscheidet sich an anderer Stelle: in der Teamrunde am Montagmorgen, im Einzelgespräch oder in der Schichtbesprechung.
Dort sind Führungskräfte gefragt. Sie sollen Orientierung geben, obwohl sie selbst nicht immer auf jede Frage eine Antwort haben. Gute Führungskräftekommunikation schafft dafür die Voraussetzungen: Sie informiert, ordnet ein und befähigt Führungskräfte, Entscheidungen und Veränderungen glaubwürdig zu vermitteln.
Dieser Guide zeigt, was Führungskräftekommunikation ausmacht, welche Rolle die verschiedenen Führungsebenen spielen und wie Unternehmen ihre Führungskräfte gezielt unterstützen können. Er ist der Auftakt unserer Serie „Führen in Veränderung“.
Führungskräftekommunikation ist eine Aufgabe des Unternehmens, insbesondere der Unternehmenskommunikation. Sie stellt sicher, dass Führungskräfte früh und verständlich informiert sind, Botschaften für ihr Team übersetzen können und Fragen aus den Teams zurückspielen. Damit ist sie Teil der internen Kommunikation, allerdings mit einer besonderen Zielgruppe: den Menschen, die selbst kommunizieren sollen.
Im Alltag werden vier Begriffe oft gleichbedeutend verwendet. Die Unterschiede sind für die Praxis wichtig, weil sie festlegen, wer wofür Verantwortung trägt.
Begriff | Wer kommuniziert? | Worum geht es? |
Führungskräftekommunikation | Unternehmen (Geschäftsführung, Kommunikation, HR) mit und über Führungskräfte | Führungskräfte informieren, einbinden und befähigen |
Führungskommunikation | die einzelne Führungskraft | Teamrunden, Gespräche, Feedback, Auftritte |
Managementkommunikation | Top-Management | Ziele, Entscheidungen und Steuerung von oben |
Interne Kommunikation | Kommunikationsabteilung | alle Mitarbeitenden über alle Kanäle |
Führungskräftekommunikation verbindet diese Ebenen. Sie liefert der Führungskommunikation im Team Inhalte und Werkzeuge und sorgt dafür, dass Managementkommunikation nicht auf der zweiten oder dritten Führungsebene hängen bleibt.
Definition: Kommunikationsrollen beschreiben, welche Funktion eine Person im Informationsfluss einer Organisation übernimmt – unabhängig von ihrer Position im Organigramm.
Der Kommunikationsforscher Everett M. Rogers und die Kommunikationsforscherin Rekha Agarwala-Rogers haben dafür in ihrem Buch „Communication in Organizations" (1976) vier Rollen beschrieben, die bis heute hilfreich sind:
Gatekeeper filtern Informationen und entscheiden, was weitergegeben wird.
Liaisons verbinden Gruppen, denen sie selbst nicht angehören.
Opinion Leader prägen Meinungen informell, aber nachhaltig.
Cosmopolites bringen durch viele externe Kontakte Impulse von außen ins Unternehmen.
Wir nutzen dieses Modell in Analysen, weil es sichtbar macht, wie Kommunikation im Unternehmen tatsächlich verläuft bzw. wo Einfluss entsteht: Eine Teamleiterin ohne große formale Entscheidungsmacht kann als Opinion Leader mehr Einfluss entfalten als ein Bereichsleiter, der Informationen vor allem weitergibt oder filtert.
Wer über Führungskräftekommunikation spricht, landet schnell bei der Frage, ob Führungskräfte verwalten oder führen sollen. Der Harvard-Professor John P. Kotter hat den Unterschied 1990 in der Harvard Business Review knapp gefasst: Management bewältigt Komplexität, Leadership bewältigt Wandel (Kotter, „What Leaders Really Do"). Schon 1977 hatte Abraham Zaleznik argumentiert, dass Manager ihre Ziele aus Notwendigkeiten ableiten, während Leader eine persönliche, aktive Haltung zu Zielen einnehmen (Zaleznik, „Managers and Leaders: Are They Different?").
Definition: Leadership bezeichnet in dieser Tradition die Fähigkeit, Menschen durch Veränderung zu führen. Management bezeichnet die Fähigkeit, Abläufe in komplexen Organisationen verlässlich zu steuern.
Für die Praxis zählt das Zusammenspiel beider Rollen. Kommunikation ist dabei ein zentraler Übergang vom Management zum Leadership: Wer Entscheidungen lediglich weitergibt, organisiert. Wer sie einordnet, erklärt und Fragen aufnimmt, übernimmt Führung. Was genau diesen Unterschied ausmacht, vertiefen wir im Beitrag Wie aus einer Führungskraft ein Leader wird.
Veränderungen werden in der Unternehmensleitung beschlossen – wirksam werden sie in den Teams. Dazwischen stehen die Führungskräfte. Sobald eine Entscheidung kommuniziert ist, richtet sich der Blick der Mitarbeitenden auf sie: Was bedeutet das für mich und meinen Arbeitsalltag? Wie Führungskräfte darauf antworten, prägt entscheidend, ob eine Veränderung verstanden und mitgetragen oder lediglich hingenommen wird.
In unseren Mandaten begegnet uns dabei immer wieder dasselbe Muster: Mitarbeitende erfahren von einer Entscheidung per Rundmail oder Townhall – und ihre Führungskräfte zur gleichen Zeit. Die erste Frage aus dem Team trifft dann auf jemanden, der selbst noch keine Gelegenheit hatte, die Entscheidung einzuordnen. Das kostet Vertrauen und erschwert Führung genau in dem Moment, in dem Orientierung besonders wichtig wäre.
Was Führungskräfte leisten müssen, hängt vom Anlass ab:
Strategie: Führungskräfte übersetzen übergeordnete Ziele in konkrete Prioritäten und Konsequenzen für ihren Bereich. Wie das strukturiert gelingt, beschreiben wir unter Kaskadenkommunikation.
Change: Führungskräfte geben Orientierung, halten Unsicherheit aus, nehmen Widerstand ernst und machen Fortschritte sichtbar. Warum Vertrauen in Veränderungsprozessen maßgeblich durch Führung entsteht, zeigen unsere 7 Learnings aus dem Beratungsalltag.
Restrukturierung: Führungskräfte müssen Entscheidungen und Einschnitte vermitteln, an denen sie häufig selbst nicht beteiligt waren – und können zugleich persönlich von ihnen betroffen sein. Wie wir Unternehmen und Führungskräfte in solchen Phasen begleiten, zeigen wir auf unserer Seite zur Restrukturierungskommunikation.
Jede Führungsebene hat in der Kommunikation eine eigene Rolle. Reibung entsteht vor allem dann, wenn eine Ebene diese Rolle nicht wahrnimmt – oder Aufgaben übernimmt, die eigentlich auf einer anderen Ebene liegen.
Kommunikation funktioniert dann gut, wenn jede Führungsebene ihre eigene Rolle kennt und ausfüllt.
Ebene | Aufgabe | Typische Formate | Typische Falle |
CEO / Geschäftsführung | Richtung begründen, Haltung zeigen, Vertrauen stiften | Townhall, Videobotschaft, CEO-Update | Botschaft bleibt abstrakt, Führungskräfte erfahren sie zu spät |
Bereichsleitungen | Strategie in Ziele und Prioritäten übersetzen | Leadership-Dialog, Bereichsmeeting | filtern statt übersetzen |
Mittleres Management / Teamleitungen | Bedeutung für den Alltag erklären, Fragen aufnehmen und zurückgeben | Teamrunde, Einzelgespräch, Schichtbesprechung | Druck von oben und unten ohne eigene Information |
Für die Geschäftsführung gilt: Ihre Reputation entsteht nicht nur durch das, was sie selbst sagt, sondern zu einem großen Teil auch in Gesprächen, die andere über ihre Entscheidungen führen. Gerade im Mittelstand, wo Geschäftsführung und Inhaber häufig selbst als Kommunikator auftreten, wird Kommunikation zur Chefsache. Mehr dazu finden Sie auf unserer Leistungsseite zu CEO Kommunikation.
Besonders gefordert ist das mittlere Management. Es steht zwischen den Erwartungen der Unternehmensleitung und den Fragen, Sorgen und Reaktionen der eigenen Teams. Diese Sandwichposition – und was Führungskräfte darin brauchen – ist Thema des ersten Teils unserer Serie (folgt).
Neben der Führungsebene entscheidet der Reifegrad einer Organisation darüber, was Führungskräftekommunikation leisten muss. Ein Start-up steht vor anderen Fragen als ein Konzern, der sein Geschäftsmodell umbaut. Vier Situationen kommen in unserer Beratungspraxis besonders häufig vor.
Entwicklungsstadium | Typische Führungssituation | Was Führungskräftekommunikation leisten muss |
Start-up und Aufbau | kurze Wege, alle nah an der Gründung, die Richtung ändert sich häufig | Erwartungen und Entscheidungswege klären, bevor Wachstum sie unübersichtlich macht |
Wachstum und Professionalisierung | eine zweite Führungsebene entsteht, die Geschäftsführung kann nicht mehr alles selbst erklären | Kommunikationsverantwortung bewusst übergeben, Botschaften und feste Formate etablieren |
Etablierte Organisation | stabile Strukturen, eingespielte Kaskade, wenig Anlass für Grundsatzfragen | Routine aufbrechen und Rückkanäle offen halten, damit Kritik nicht erst in der Krise sichtbar wird |
Transformation und Restrukturierung | das Geschäftsmodell wird umgebaut, Stellenabbau und Aufbau laufen parallel, etwa in der Automobilindustrie | Widersprüche erklären, Unsicherheit benennen, Führungskräfte vor jeder Ankündigung briefen und danach begleiten |
In der Praxis lassen sich diese Entwicklungsstufen selten klar voneinander trennen. Ein Konzern kann im Kerngeschäft stark etablierten Strukturen folgen und zugleich in einer neuen Einheit fast wie ein Start-up arbeiten. Für die Kommunikation bedeutet das: Was in einem Bereich Orientierung schafft, kann im anderen fremd, zu starr oder wenig anschlussfähig wirken.
Dahinter stehen unterschiedliche Wertelogiken. Während die eine Einheit nach klaren Regeln und Verlässlichkeit fragt, erwartet eine andere messbare Wirkung, Eigenverantwortung oder echte Beteiligung. Wie sich Botschaften auf diese unterschiedlichen Logiken prüfen und anpassen lassen, zeigen wir in unserem Beitrag Spiral Dynamics im Unternehmen.
Drei Entwicklungen verändern derzeit, was Führungskräfte kommunizieren müssen. Sie betreffen nicht nur Inhalte, sondern auch das Selbstverständnis von Führung.
Wenn KI Berichte zusammenfasst, Wissen bündelt und Informationen jederzeit zugänglich macht, verlieren Führungskräfte ihre Rolle als wichtigste Informationsquelle im Team. Umso wichtiger wird ihre Aufgabe, einzuordnen: Was bedeutet eine Nachricht konkret für unseren Bereich? Was ist jetzt relevant? Was bleibt offen?
Gleichzeitig sind viele Führungskräfte heute für größere Teams verantwortlich, die Führungsspannen erhöhen sich. Für das persönliche Gespräch bleibt weniger Zeit. Führungskräfte müssen deshalb stärker priorisieren und dort Orientierung geben, wo reine Information nicht ausreicht. Wie sich diese Rolle durch KI verändert, vertiefen wir im Serienteil zu Führungskommunikation im KI-Zeitalter (folgt).
Viele Menschen übernehmen Führungsverantwortung mitten in einer Veränderung – nicht selten als ehemalige Kolleg:in ihres Teams. Sie müssen ihre neue Rolle finden und zugleich Entscheidungen vertreten, die sie selbst nicht getroffen haben.
Gerade in dieser Phase sind die ersten Gespräche entscheidend. Neue Führungskräfte brauchen deshalb früh Unterstützung: Klarheit über ihre Rolle, Sicherheit in den Botschaften und Raum für die Fragen, die im Team voraussichtlich entstehen.
BANI steht für brittle, anxious, nonlinear, incomprehensible – also für ein Umfeld, das brüchig, angstbesetzt, nichtlinear und schwer begreifbar ist. Der Zukunftsforscher Jamais Cascio prägte den Begriff 2020 als Weiterentwicklung des VUCA-Modells (Cascio, „Facing the Age of Chaos“).
Für Führungskräfte bedeutet das vor allem, Widersprüche auszuhalten und benennen zu können. Eine Entscheidung kann notwendig sein und zugleich Nachteile mit sich bringen. Eine Strategie kann Orientierung geben, obwohl noch nicht alle Antworten feststehen. Wer solche Ambivalenzen ausblendet, riskiert Glaubwürdigkeit. Führungskräfte brauchen deshalb eine Sprache, die Widersprüche offen anspricht, ohne Entscheidungen beliebig erscheinen zu lassen.
Wie stark diese Herausforderung den Führungsalltag prägt, zeigt die Studie „Zukunft von Führung“ unseres Kooperationspartners, der Managementberatung Coverdale: 76 Prozent der Befragten nennen das „Navigieren in Ungewissheit“ als wichtigstes Zukunftsfeld – noch vor Künstlicher Intelligenz. Zugleich beschreiben viele ein Führungsbild, dessen Ansprüche kaum vollständig einzulösen sind. Eine befragte Person bringt das Dilemma auf den Punkt: „Wie gehe ich damit um, dass ich selbst unsicher bin, aber gleichzeitig Sicherheit vermitteln muss?“
Die Studie basiert auf Tiefeninterviews mit 168 Führungskräften, gut die Hälfte davon aus dem Top-Management, und ist nicht repräsentativ (Coverdale 2026 in changement!). Wie Führungskräfte bei Themen wie Verteidigung, Dual Use und Nachhaltigkeit Haltung zeigen können, vertieft der letzte Teil unserer Serie (folgt).
Führungskräfte können nur dann gut kommunizieren, wenn das Unternehmen die richtigen Voraussetzungen dafür schafft. Aus unserer Beratungspraxis haben sich fünf Schritte bewährt, die aufeinander aufbauen:
Früh informieren: Führungskräfte erfahren wichtige Entscheidungen vor ihren Teams und haben Gelegenheit, Hintergründe zu verstehen und eigene Fragen zu klären.
Botschaften vorbereiten: Kernbotschaften, Fragen und Antworten sowie Sprachregelungen stehen in einer kompakten Toolbox bereit – klar genug für Orientierung, offen genug für die eigene Sprache.
Dialog ermöglichen: In Leadership-Dialogen besprechen Führungskräfte Botschaften und mögliche Reaktionen mit der Geschäftsführung, bevor sie in ihre Teams gehen.
An konkreten Situationen üben: Gesprächs-, Auftritts- und Kameratrainings setzen an realen Anlässen an – etwa an einer anstehenden Townhall oder einem schwierigen Teamgespräch.
Rückmeldung nutzen: Rückkanäle und Pulse Checks zeigen, was angekommen ist, wo Fragen offenbleiben und an welchen Stellen Führungskräfte weitere Unterstützung brauchen.
Wie viel die Reihenfolge der Botschaften ausmacht, zeigt ein Vortrag, den wir Führungskräften häufig empfehlen: Simon Sinek erklärt in seinem TED-Talk „How Great Leaders Inspire Action", warum Menschen eher folgen, wenn sie zuerst das Warum hinter einer Entscheidung verstehen. Für Veränderungen heißt das: Orientierung entsteht weniger über das Was als über das Wofür. Wie wir mit dem Golden Circle arbeiten, zeigen unser Beitrag „Golden Circle nach Simon Sinek" und unsere Methoden.
Wie die oben genannten Schritte konkret aussehen, hängt stark von Branche und Organisation ab. In Kliniken tragen häufig Stations- und Bereichsleitungen Veränderungen in den Alltag, im Mittelstand zunächst die Geschäftsführung und anschließend die zweite Führungsebene, in der Industrie oft Meister und Schichtleitungen.
Wie wir Unternehmen dabei unterstützen, beschreiben wir auf unserer Seite zur Beratung zur Führungskräftekommunikation. Trainings für konkrete Kommunikationssituationen finden Sie unter Workshops, Coachings und Trainings.
Vergleicht man erfolgreiche und schwierige Veränderungsprozesse, wiederholen sich bestimmte Muster. Wer sie früh erkennt, kann gezielt gegensteuern.
Wiederkehrender Fehler | Was wirksame Führungskräftekommunikation anders macht |
Botschaften bleiben in der Sprache des Vorstands | Kernbotschaften in die Sprache und den Alltag der Teams übersetzen |
Die Toolbox wird verschickt, aber nicht besprochen | Botschaften gemeinsam durchgehen und offene Fragen klären |
Nur die Townhall, keine Teamrunde | große Formate mit Gesprächen im Team verbinden |
Die Kommunikation endet mit der Ankündigung | Führungskräfte über die Wochen danach begleiten und Botschaften nachschärfen |
Führungskräfte sollen Gewissheit ausstrahlen, die sie nicht haben | offen sagen dürfen, was noch nicht entschieden ist |
Alle Führungskräfte erhalten dieselbe Unterstützung | Unterstützung nach Ebene, Rolle und eigener Betroffenheit unterscheiden |
Hinter vielen dieser Fehler steht dieselbe Annahme: Wer informiert ist, kann automatisch auch gut kommunizieren. Doch Führungskräfte brauchen mehr als Fakten. Sie brauchen eine Sprache für ihr Team, Antworten auf schwierige Fragen – und die Sicherheit, auch Unsicherheit offen benennen zu dürfen.
Führungskräftekommunikation umfasst alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Führungskräfte informieren, einbinden und befähigen, Botschaften im eigenen Team zu vermitteln. Sie behandelt Führungskräfte zugleich als Zielgruppe und als Absender:innen. Ziel ist, dass Strategie und Veränderungen in den Teams verstanden und mitgetragen werden. Sie ist Teil der internen Kommunikation und wird von Geschäftsführung, Kommunikation und HR gemeinsam gestaltet.
Führungskommunikation meint das kommunikative Handeln einer einzelnen Führungskraft, etwa in Teamrunden, Feedback- oder Konfliktgesprächen. Führungskräftekommunikation ist die Aufgabe des Unternehmens, alle Führungskräfte für diese Kommunikation auszustatten. Sie liefert Informationen, Botschaften, Formate und Training. Gute Führungskräftekommunikation ist damit die Voraussetzung für gute Führungskommunikation.
„Führungskraft" beschreibt eine Position mit Personalverantwortung, „Leader" eine Wirkung auf Menschen. John P. Kotter hat den Unterschied so gefasst: Management bewältigt Komplexität, Leadership bewältigt Wandel. In der Praxis brauchen Führungskräfte beide Fähigkeiten. Kommunikation entscheidet mit darüber, ob eine Führungskraft als Leader wahrgenommen wird.
Das mittlere Management übersetzt Entscheidungen der Unternehmensleitung in den Alltag der Teams und gibt Fragen und Stimmungen zurück. Es erreicht die meisten Mitarbeitenden direkt und genießt oft mehr Nähe als die Geschäftsführung. Gleichzeitig steht es in einer Sandwichposition zwischen Erwartungen von oben und unten. Damit es diese Rolle ausfüllen kann, braucht es frühe Information und einen direkten Draht zur Unternehmensleitung.
KI übernimmt zunehmend das Zusammenfassen und Verteilen von Informationen. Führungskräfte verlieren dadurch ihre Rolle als Informationsquelle und müssen stärker einordnen, erklären und Beziehungen gestalten. Hinzu kommt eine neue Aufgabe: Sie sollten Ängste im Team vor Veränderungen durch KI offen ansprechen. Unternehmen sollten ihre Führungskräfte darauf gezielt vorbereiten.
Meist liegt es nicht am fehlenden Willen, sondern an fehlender Vorbereitung. Führungskräfte bekommen Folien, aber keine Worte für ihr Team, und niemand hat mit ihnen geübt, auf kritische Fragen zu antworten. Dann entstehen unterschiedliche Versionen derselben Entscheidung, und Gerüchte füllen die Lücken. Unternehmen, die ihre Führungskräfte gezielt vorbereiten, verhindern genau das.
Führungskräftekommunikation ist eine Aufgabe des Unternehmens. Wer sie einzelnen Führungskräften überlässt, bekommt so viele Versionen einer Strategie, wie es Führungskräfte gibt.
Führungskräftekommunikation begleitet die ganze Veränderung. Mit der Ankündigung beginnt die eigentliche Arbeit der Führungskräfte erst.
Jede Führungsebene hat eine eigene Kommunikationsaufgabe. Die Geschäftsführung begründet die Richtung, das mittlere Management übersetzt sie in den Alltag.
KI nimmt Führungskräften das Weitergeben von Informationen ab und macht das Einordnen umso wichtiger.
Führungskräfte, die über eigene Unsicherheit und Belastung sprechen können, geben ihren Teams mehr Halt als solche, die Gewissheit vorspielen.
Strategien, Restrukturierungen und neue Geschäftsfelder werden in wenigen Sitzungen beschlossen. Ob sie wirken, entscheidet sich in den vielen Gesprächen danach, die Führungskräfte mit ihren Teams führen. Unternehmen sollten diese Gespräche deshalb so sorgfältig vorbereiten wie die Entscheidung selbst: mit früher Information, klaren Botschaften, Raum für Fragen und Training für schwierige Anlässe. Unsere Serie „Führen in Veränderung" vertieft die wichtigsten dieser Anlässe. Dahinter steht ein einfacher Satz: Wer kommuniziert, führt.
Teil 1: Führungskräftekommunikation: Was sie ist, was sie leistet und wie sie im Wandel gelingt (jetzt)
Teil 2: Sandwichposition im mittleren Management – folgt
Teil 3: Führungskommunikation im KI-Zeitalter – folgt
Teil 4: Stellenabbau kommunizieren – folgt
Teil 5: Auftreten als Führungskraft – folgt
Teil 6: Resilienz von Führungskräften – folgt
Teil 7: Haltung zeigen in der Zeitenwende – folgt
Branchen-Trilogie zu: Healthcare · Mittelstand & KMU · Industrie & Produktion – folgt
Inhaberin und Geschäftsführerin consense communications GmbH (GPRA) Claudia Thaler ist Gründerin und Geschäftsführerin der PR-Agentur consense communications GmbH (GPRA) in München. Seit über 25 Jahren begleitet sie mittelständische Unternehmen, DAX-Konzerne und NGOs im Bereich strategische Kommunikation. Dazu zählen Reputationsmanagement und PR, Change, Krisenkommunikation sowie interne Kommunikation. Seit 2024 liegt ihr Schwerpunkt auf KI-getriebenen Veränderungen in der Kommunikation. Sie ist zertifizierte systemische Coachin (IFW - Institut für Fort- und Weiterbildung) und seit März 2025 GPRA-Präsidiumsmitglied.