Welcome to the new normal: Kommunikation nach Corona

Die Corona-Pandemie hat Gesellschaft und Wirtschaft auf den Kopf gestellt. Auch wenn die schlimmste Phase nun überwunden zu sein scheint, so wird doch vieles anders bleiben – welcome to the new normal! Was sind die wichtigsten Veränderungen in der Unternehmenskommunikation?

1 – Interne Kommunikation wichtiger denn je

Vor Corona hatte die interne Kommunikation in vielen Unternehmen einen verhältnismäßig geringen Stellenwert. Doch mit der Pandemie hat sich die Art, wie innerhalb einer Organisation kommuniziert wird, stark verändert. Unzählige Berufstätige wechselten ins Homeoffice, der persönliche Austausch in den Kaffeeküchen, Kantinen und Co. fiel weg und die Kommunikation fand ab sofort überwiegend auf digitalen Plattformen statt.

Um mit den eigenen Mitarbeiter:innen trotz Lockdown dennoch in Kontakt zu bleiben und sie in der unsicheren Zeit verlässlich mit Informationen zu begleiten, mussten Unternehmen 2020 neue Arten des Austausches etablieren – und vor allem: viel intensiver intern kommunizieren als zuvor. Der Bedarf an zuverlässiger, kontinuierlicher Kommunikation hält weiter an: Interne Unternehmens- und Mitarbeiterkommunikation ist wichtiger denn je. Sie bietet der Belegschaft nicht nur Orientierung sowie Sicherheit während und nach der Krise, sondern ist auch ein essenzielles Instrument, um allen Mitarbeiter:innen Werte, soziale Normen, Leitbilder und Neuausrichtungen eines Unternehmens zu vermitteln. Darüber hinaus können Kolleginnen und Kollegen mithilfe interner Kommunikation auch professionell durch Veränderungsprozesse und in die „neue Normalität“ begleitet werden. Gelingt dieser Informations- und Wissensaustausch, trägt dies entscheidend zu einer höheren Mitarbeitermotivation und Zufriedenheit bei. Eine der Hauptaufgaben der internen Kommunikation wird nun darin bestehen, die Post-Corona-Zeit aktiv anzugehen und die Mitarbeiter:innen dazu zu motivieren, das New Normal anzunehmen und mitzugestalten. Denn wie man so schön sagt: In jeder Krise schlummert auch eine Chance.

2 – CEO-Kommunikation weiter auf dem Vormarsch

Externe CEO-Kommunikation ist bekanntlich nichts Neues. Im Trend liegt dagegen die Positionierung der Vorstände und Geschäftsführer nach innen. Während CEOs vor Corona besonders die interne Kommunikation eher an die unternehmenseigenen Kommunikationsabteilungen abgaben, änderte sich mit der Krise in diesem Bereich so einiges. Besonders Informationen und Anweisungen aus erster Hand waren gefragter denn je. In einer von Unsicherheit geprägten Lage, in der sich ständig die Umstände und damit auch die Unternehmensentscheidungen änderten, mussten CEOs daher von heute auf morgen sichtbar werden, eine klare Haltung zeigen und bei der Kommunikation an die Belegschaft die Zügel in die Hand nehmen. Meist provisorisch und im Hands-on-Stil galt es für CEOs und Geschäftsführer:innen nun, schnell viele Informationen gleichzeitig und -wertig an die Belegschaft zu kommunizieren – und das so transparent und verständlich wie möglich. Als oberste und in dieser Hinsicht vertrauenswürdigste Repräsentanten eines Unternehmens gaben ihre Botschaften den Mitarbeitenden Sicherheit und Orientierung. Oft mussten sie auch radikale Kehrtwenden erklären, um Verständnis werben und an den Gemeinschaftssinn appellieren. Diese transparente und direkte Kommunikation machte sie für viele nahbarer, menschlicher und damit auch sympathischer. Gleichzeitig erfüllten sie einen der wichtigsten Zwecke von interner Kommunikation: die Identifikation der Mitarbeiter:innen mit dem eigenen Unternehmen und seinen Lenkern zu stärken. Damit eng verbunden ist auch die Motivation und Bindung der Belegschaft.

Aus dieser Not ist schnell eine Tugend geworden: CEOs haben Gefallen an der internen Kommunikation gefunden und zudem gemerkt, dass sich diese auch positiv auf die Unternehmensführung auswirken kann. Vorstände und Geschäftsführer müssen die Firmenphilosophie vorleben, um ihre Mitarbeiter zu begeistern und bestenfalls mit ihrer Leidenschaft anzustecken. Deswegen bleibt die CEO-Kommunikation auch nach Corona weiter auf dem Vormarsch.

3 – Endgültiger Durchbruch für digitale Formate

Bereits vor der Corona-Pandemie ging der Trend in Richtung digitale Formate. Die letzten Monate haben den rasanten Anstieg der Podcast-, Social Media- und Video-Nutzung noch einmal verstärkt. Das ist nicht verwunderlich, arbeiten doch viele Menschen mittlerweile von zu Hause aus und zunehmend virtuell. Dadurch wird es für Unternehmen noch einfacher, ihre Zielgruppen mit den richtigen digitalen Inhalten zu erreichen. Besonders Videos und Podcasts spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sie informieren und unterhalten nicht nur. Audio- und audio-visuelle Inhalte können mithilfe von geschicktem Storytelling das Publikum auch auf emotionaler Ebene erreichen und Glaubwürdigkeit erzeugen. Auf diese Weise wird der Content zum Erlebnis, bleibt länger im Gedächtnis und trägt maßgeblich zur Kundenbindung bei. Diese Formate eignen sich daher auch besonders gut, um Vorstände, CEOs und Co nach innen und außen zu positionieren. Darüber hinaus erleben Mitarbeitermagazine ebenfalls einen Aufschwung und werden zunehmend digitalisiert.

Autor

Kristina Schreiber

Schwarzwaldmädel goes Bayerische Alpen – Die gebürtige Freiburgerin studierte am KIT in Karlsruhe Wissenschaftskommunikation und hat in München ihre zweite Heimat gefunden. Strotzt nicht zuletzt durch ihren Abstecher in die Welt des Films und der Influencer Relations vor Kreativität und Flexibilität und behält auch in stressigen Situationen den nötigen Weitblick. In ihrer Freizeit knipst sie sich durch die Weltgeschichte, immer auf der Suche nach dem Besonderen. Feuer und Flamme für medizinische Themen, Schwarzweiß-Fotografie, Süditalien und den Geschmack von gutem Kaffee.

Kommentar schreiben